Lieblingsberge – Ein Blogparadenbeitrag

Meine drei Lieblingsberge – ein Blogparadenthema, das auf den ersten Blick für eine Wanderbloggerin, die nirgends lieber ist als in den Alpen, geradezu prädestiniert ist. Eine eigentlich ganz simple Aufgabe, die Stefan alias Schwerti auf seinem Blog Schwerti on Tour da stellt. Das war zumindest mein erster Gedanke. Je länger ich aber darüber nachdenke, umso mehr komme ich ins Grübeln.

Wann wird aus einem Berg ein Lieblingsberg? Wenn man ihn mit großer Anstrengung bezwungen hat? Nö, ehrlich gesagt bin ich kein großer Gipfelstürmer. Auch wenn der ein oder andere Berggipfel tatsächlich noch auf dem Plan steht, wandere ich lieber nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel  – oder die Hütte mit den Knödeln…“.

Ist es dann die Form, die Gestalt eines Berges oder besondere geologische Besonderheiten? Ja, das kommt der Antwort schon näher. Aber damit ergibt sich auch eine schier unzählige Auswahl an möglicher Kanditaten: Die unverwechselbaren Gipfel in den Allgäuer Alpen z.B mit dem Hohen Ifen, der Höfats, der Schneck, dem Widderstein und wie sie nicht alle heißen. Der markante Habicht im Stubaital, der in früheren Zeiten für den höchsten Berg Österreichs gehalten wurde. Der Großglockner, der wunderschön ist, sich aber oft hinter einer Wolke versteckt. Der eher elegante, noch fast vollkommen eisbedeckte Großvenediger oder die Bernina mit dem messerscharfen Biancograd? Auch die einzigartigen Dolomiten, allen voran die Vajolettürme, Platt- und Langkofel und natürlich die Drei Zinnen, gehören ebenfalls zu meinen Favoriten. Den für mich und viele andere aber schönsten Berg im Alpengebiet, das Matterhorn, habe ich leider bisher noch nicht mit eigenen Augen gesehen. Ein Traum, den ich mir gerne irgendwann noch erfüllen möchte.

Schönheit ist das Eine. Was für mich einen Lieblingsberg ausmacht, ist dann aber doch eher die Stimmung, die ich mit ihm verbinde. Ein unvergessener Urlaub, einmalige Wandererlebnisse, vor allem jedoch ein Heimatgefühl und eine Art Verbundenheit, wenn ich ihn sehe.

Lieblingsberg Nummer Drei: Der Hochvogel in den Allgäuer Alpen

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Mit dem Hochvogel fing alles an. Meine Bergliebe und die Lust am Wandern, am Draußensein. Damals, als die meisten Schulfreunde ihre Ferien an den Stränden auf Mallorca, in Griechenland oder immerhin an der holländischen Nordseeküste verbringen durften, ging es für uns Jahr für Jahr in die Bayerischen Alpen zum Wandern. Wandern war aber eher gleichbedeutend mit Spazieren auf meist endlosen und langweiligen Forst- und Wiesenwegen. Spannend war das nicht und so war ich ehrlich gesagt insgeheim oft froh, wenn beim ersten Aufwachen morgens Regentropfen ans Fenster schlugen. Denn dann wurden wir nicht in aller Herrgottsfrühe aus den Betten gescheucht und die Wanderschuhe hatten mal einen Ruhetag – und wir auch!  Stattdessen stand ein Alternativprogramm auf dem Plan – Stadtbummel, Hallenbad oder wenigstens ein Besuch des Heimatmuseums (Attraktion dessen war tatsächlich der größte Bergstiefel der Welt…).

Die Fahrt mit der Bergbahn aufs Nebelhorn war dann aber doch eins der Wanderhighlights in jedem Urlaub. Beim Herumkraxeln auf den damals für mich riesigen Geröllbrocken auf dem Koblat kam ich mir endlich wie ein richtiger Bergsteiger vor. Und dort sah ich ihn zum ersten Mal: den Hochvogel, der mich mit seiner an einen Greifvogelschnabel erinnernden Gestalt, immer wieder in den Bann zog.

hochvogel

Auch schon der Bergsteigerpionier Herman von Barth bezeichnete den Gipfel als „unvergleichlich großartige Pyramide, mit ihrem schlanken Haupte, ihren gleichmäßig gebauten Schultern, taucht sie empor vor den Wanderern inmitten des Kreises ihrer Felstrabanten, so luftig klar, so kühn in den Himmel hineinstrebend“.

Leider nagen aber auch am Hochvogel die Zeichen der Zeit, und so befürchtet man, könnte es irgendwann dort gewaltig brökeln. Risse und Spalten tun sich im Gipfelbereich auf, weswegen auch nicht alle Zustiegswege mehr geöffnet sind (Stand 2017, Bericht des DAV Sektion Donauwörth). Bleibt zu hoffen, dass der Hochvogel seine einzigartige Gestalt behalten wird! Eine empfehlenswerte Wanderung in Sichtweite dieses Berges ist die Tour über das Laufbacher Eck.

Lieblingsberg Nummer 2: Die Gorfen- und Ballunspitze bei Galtür

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Galtür im Paznaun – gut gesichert mittlerweile gegen Lawinen

 

Mein zweiter Lieblingsberg beschränkt sich nicht nur auf einen Gipfel. Bei der Gorfen- und Ballunspitze im Silvrettagebirge handelt es sich um zwei benachbarte Berge, die fast Zwillinge sein könnten. So ähnlich sehen die beiden Bergkegel aus, dass ich lange Zeit ihre Namen miteinander verwechselt habe. Dem Ortsbild Galtürs geben sie jedenfalls einen ganz besonderen, harmonischen Charakter und nicht zuletzt deswegen zieht es mich immer wieder in das kleine Paznauner Dorf im Westen Tirols.

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Galtür mit der Gorfenspitze, rechts die Ballunspitze

Manchmal ertappe ich mich dabei, am liebsten dort nur auf dem Balkon zu sitzen und das Bergpanorama zu bewundern. Gut, dass ich das doch meist nicht mache! Denn die beiden Berge sehen auch aus etwas höherer Warte toll aus, wie man zum Beispiel auf dem Weg zum Grieskogel merken kann. Apropos Höhe: Galtür liegt ja immerhin 1600 Meter hoch und damit fast über der Baumgrenze. Je nachdem wo sich unsere Ferienwohnung befand, ließen sich an den Hängen insbesondere der Gorfenspitze (teils mit Fernglas, teils aber auch mit bloßem Auge) Gämse, Rehe und auch schon mal ein eindrucksvoller Hirsch beobachten.

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Ballunspitze von der anderen Seite

 

Lieblingsberg Nummer 1: Der Schlern

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Man sagt, die Seele Südtirols befindet sich hoch oben am Schlern. Der Teufel soll auch dort wohnen und die Schlernhexen verabreden sich regelmäßig auf dem riesigen Plateau zum nächtlichen Tanz. Der Magie dieses Berges, der nicht ohne Grund Wahrzeichen dieser norditalienischen Provinz ist, kann man sich nicht so leicht entziehen.

Auch ich nicht, als ich vor etlichen Jahren das erste Mal nach Südtirol fuhr. Fast 15 Stunden Autofahrt lagen hinter mir. Ewig im Stau stehend, mehrfach verfahren und ziemlich gestresst, hatte ich kaum noch Augen für die Landschaft, die an mir vorüberzog. Aber da stand dieser Bergkoloss plötzlich vor mir, die letzten Strahlen der untergehenden Sonne färbten den Fels in eine unvergleichliche Farbe. Ein Bild, das ich nie wieder vergessen habe.

Mittlerweile habe ich diesen Berg schon gefühlte Tausend Mal gesehen. Kein Wunder, er drängt sich mit seiner massigen Gestalt ja schon ein wenig in den Vordergrund, egal wo man in halb Südtirol unterwegs ist. Und trotzdem: fahren wir die kurvige Straße hoch zu unserem kleinen Ferienbauernhof zwischen Völs und Tiers, freue ich mich immer wieder wie ein kleines Kind über seinen Anblick. Da ist er wieder, der Schlern. Ein bisschen ist es, wie nach Hause kommen. Und genau das macht einen Berg zum Lieblingsberg!

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Vielen Dank an Schwerti für diese tolle Blogparade! Hier findet Ihr noch mehr wunderbare Lieblingsberge. Nicht nur aus den Alpen, sondern auch aus den vielen anderen eindrucksvollen Bergwelten auf der Erde!

 

Schlern in Südtirol

 

 

 

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11 Gedanken zu „Lieblingsberge – Ein Blogparadenbeitrag

    1. Oh, danke! Ich finde es nach wie vor sehr schwierig, die Stimmung der Berge einzufangen, zumindest mit meinem spärlichen Fotografiekönnen. In Echt sieht es immer so viel schöner aus! Daher freue ich mich sehr über Deinen Kommentar!

      Gefällt 1 Person

  1. Ich finde deine Fotos einfach super. Das mit dem einfangen der Stimmung ist wirklich schwierig, gelingt mir auch nicht oft. Die Erinnerung zählt 😉

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  2. Der Schlern! Das ist der Berg, den wir auf unserer Wanderung von Meran an den Gardasee so oft aus der Ferne gesehen haben. Und wir dachten uns, dass es dort sehr schön sein muss. Tolle Idee für eine Blogparade, das stimmt!

    Liebe Grüße, Jörg

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Jörg!
      Oh, das kann ich mir gut vorstellen dass der Schlern Euch aufgefallen ist. Er hat ja schon eine eigenartige Form.
      Die Gegend dort ist wirklich toll, so wie eigentlich überall in Südtirol ☺.
      Hat halt einen ganz anderen Charakter als um Meran herum oder an der Weinstraße. Wobei es mir dort, weil es viel mediterraner ist, auch gut gefällt!
      Viele Grüße
      Carolin

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  3. Liebe Carolin, ich sage hier nochmal schönen Dank für´s mitmachen!
    Deinen Beitrag finde ich echt super. Vor allem den Schreibstil. Deine Geschichten zu den Bergen sind ebenfalls sehr schön. Ein rundum gelungener Bericht. Vor allem der Schlern gefällt mir so rein optisch sehr, den werde ich mir mal vormerken und wenn es akut wird mich bei Dir melden bzgl. Tipps.
    VG, Schwerti

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Schwerti!
      Danke Dir für die tolle Idee! Es freut mich sehr, dass Dir mein Schreibstil gefällt. So oft denke ich mir nämlich, was habe ich da schon wieder für’n Quatsch geschrieben 😉.
      Liebe Grüße
      Carolin

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      1. Quatsch, finde ich gar nicht. Ich finde es sehr angenehm, mal Texte zu lesen, ohne dauernd über Rechtschreibung oder fehlende Satzzeichen zu stolpern. Korrektur lesen ist ja scheinbar bei vielen heute nicht mehr drin. Deswegen, weiter so, ich werde garantiert noch öfter hier rein schauen.

        Gefällt 1 Person

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