Projekt #Wandern vor der Haustür

Letztes Jahr hatte ich nicht nur eine Blogparade zu dem Thema Wandern vor der Haustür veranstaltet, bei der viele, schöne Beiträge zusammenkamen. Nein, ich hatte auch angekündigt, selber wieder mehr Wandertouren in der näheren Umgebung auszukundschaften.

Aus den unterschiedlichsten Gründen blieb es teilweise bei diesem Wunschgedanken. Auch wenn man mit einem lauffreudigen Hund natürlich viel draußen unterwegs ist, oft sind es dann doch die gleichen Wege. Sei es im Wald, oder auf öden Feldwegen, die gerade im Sommer und Herbst von Maisfeldern eingerahmt sind.

Dieses Jahr starte ich aber einen neuen Versuch, der mich in den letzten Tagen sogar schon mehrfach nur wenige Kilometer weiter ins niederländische Gelderland geführt hat. Auch wenn diese Region eigentlich mehr für den Radtourismus bekannt ist, gibt es dort viele tolle Wandergebiete. Da es dort meist verschiedene Wanderrouten und Etappen gibt, die ich noch nicht alle kenne, gibt es heute nur einen kurzen Überblick. Demnächst stelle ich die einzelnen Gebiete genauer vor.

Millingerwaard bei Kekerdom

vogelbeobachtung
Je nach Jahreszeit kann man von der Hütte aus die unterschiedlichsten Vögel beobachten

Nur selten gibt es am Rhein noch naturbelassene Auenlandschaften. In der Millingerwaard, die zum Naturschutzgebiet „Gelderse Poort“ gehört, ist das anders. Der Rhein heißt hier übrigens Waal, kurz vorher bei Millingen hat er sich nämlich geteilt.

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700 Hektar ist das Gebiet groß, im Moment können allerdings manche Teile nicht betreten werden. Es wird ordentlich gebaggert, um dem Fluß wieder mehr Platz zu geben und so den Hochwasserschutz zu verbessern. 2020 sollen die Arbeiten beendet sein. Bis dahin hat man aber trotzdem noch genügend Möglichkeiten, die Millingerwaard zu erkunden.

Meist trifft man dort auf die wild lebenden Konik-Pferde und die schottischen Galloway-Rinder. Neben vielen Vogelarten (frühmorgens erlebt man dort ein wunderschönes Konzert!) ist auch der Biber wieder heimisch geworden. Zu sehen gibt es ihn allerdings meist nur in der Dämmerung. Dafür macht es aber auch viel Spaß, seine Spuren zu suchen. Angenagte Stämme oder seine Burgen findet man, wenn man abseits der breiten Wege auf den schmalen Pfaden unterwegs ist. Besonders beliebt als Ziel ist das Theetuin, in dem man in orientalischer Atmosphäre nicht nur Tee trinken kann.

biberburg-millingerwaard
Eine Biberburg an einer der vielen Wasserfächen.

Der Bourenlandpad im Ooijpolder

Nicht weit von der Millingerwaard entfernt, gibt es den vor ein paar Jahren entstandenen Bourenlandpad, übersetzt Bauernlandpfad. Der Name sagt es schon, es geht hauptsächlich mitten durch Felder und Weiden, zwischendurch auch mal über ruhige Sträßchen.

deich-ooijpolder

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wandern-ooijpolder

Mit dem Rad bin ich schon öfter durch das landschaftlich schöne und abwechslungsreiche Gebiet gefahren. Die Hinweisschilder, die auf die Pfade führen, habe ich aber bisher ignoriert. Ein Fehler, wie sich jetzt herausstellt. Durch Pfeile wird man quer durch die Felder und Wiesen geleitet. Immer wieder kommt man an kleinen Tümpeln und Baumgruppen vorbei. Sieht die Landschaft aus einem ganz anderen Blickwinkel als wenn man wie sonst auf den Deichen unterwegs ist.

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Ein öffentlicher Bücherschrank – mitten auf dem Land!

Ob Hunde erlaubt sind, weiß ich leider nicht genau. Laut einiger Wegtafeln sind sie verboten. Im Internet habe ich allerdings auch Informationen gefunden, dass man die Hunde nur anleinen muss. Vielleicht ist das aber auch auf den insgesamt elf Etappen unterschiedlich. 72 Kilometer lang sind sie immerhin! Ich war an diesem Tag rund um Ooij unterwegs und habe mich trotz guter Ausschilderung prompt verlaufen. Glaube ich zumindest, der Weg führte nämlich direkt auf einen Reiterhof und auch wenn die Hofhunde mich von weitem nicht beachteten, bin ich den Weg sicherheitshalber wieder zurückgelaufen zur nächsten Abbiegung bzw. einem der vielen Knooppunten. Das sind die Punkte, an denen sich die Etappen kreuzen und man die Qual der Wahl hat, in welche Richtung es weitergehen soll.

baum-insel
Jedem Baum seine eigene Insel!

S´Heerenberg und das Montferland

Montferland? Das hört sich für eine Bergwanderin doch gut an und so ging es auf die andere Rheinseite. Nur einen Katzensprung entfernt von Emmerich liegt dort das niederländische Städtchen S´Heerenberg. In der dortigen Pommesbude wollte ich mir eigentlich nur ein Kaassoufflé kaufen. Das ist wie so oft in Holland Frittiertes, in diesem Fall mit einer Käsefüllung. Aber an der Theke lag auch eine Karte aus, die ich sofort erwarb. Knappe 3 Euro, die sich aber lohnen sollten. Die Karte verspricht nämlich 42,2 km, 18 Toppen (das scheinen die höchsten Erhebungen zu sein, und die sind für niederländische Verhältnisse nicht ohne! Liegen sie nämlich alle zwischen 26 und 92 Metern über dem Meeresspiegel!!!) und wieder ganz viele Knooppunten, die die verschiedenen Etappen miteinander verbinden.

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Was ich auch an der Karte mag, sind die genauen Kilometerangaben zwischen den Knotenpunkten. Außerdem sind alle Pommesbuden (und auch andere Lokale) eingezeichnet. Heute liegt mir das Kaassoufflé ein wenig im Magen und ich beschränke mich auf die Spazierwege rund um das Kastell Huis Bergh, eines der größten und bedeutsamsten Schlösser in der Niederlande.

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huis-bergh-spazieren

Noch ein bisschen mehr als das Schloss fasziniert mich aber immer wieder aufs Neue der Burgwall. Eine Allee aus alten, knorrigen Bäumen. Ausgehöhlt, manche Stämme zweigeteilt. Ich glaube, in Deutschland wären sie schon längst gefällt. Jedes Mal, wenn ich dort entlang laufe, muss ich an eine meiner Lieblingsgeschichten von Pippi Langstrumpf denken. In den hohlen Bäumen im Garten der Villa Kunterbunt versteckte sie Geschenke für ihre Freunde Thommy und Annika, nachdem sie als Sachensucher unterwegs waren.

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Ok, ich schweife ab. Aber es wäre sehr schön, wenn diese alte Baumallee noch lange erhalten bleibt, da sie sicherlich einigen höhlenbrütenden Tieren Platz gibt. Wenn vielleicht auch nicht dieser Baum:

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Oder dieser:

sheerenberg

Ein Stückchen weiter geht es entlang des Prinzessinenwaldes Richtung Stokkum, ein kleinem Dorf. Vorher kommt man tatsächlich noch an einem Weinberg vorbei. Gut, es ist eher ein Weinfeld. Aber immerhin!

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windmuehle-montferland

Vielleicht habt ihr ja auch Lust bekommen aufs #Wandernvorderhaustür ! Wenn ja und ihr in den Sozialen Medien unterwegs seid, teilt doch eure Erlebnisse mit diesem Hashtag. Ich würde mich über eure Geschichten freuen!

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5 Gedanken zu „Projekt #Wandern vor der Haustür

  1. So schöne Ecken und Orte. Ich möchte auch mehr die Gegend unserer Niederländischen Nachbarn erkunden. Die Provinz Limburg hat bestimmt auch viel zu bieten. Leider habe ich erst eine Tour dort gemacht – und das im vergangenen Jahr.

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    1. Hallo Silvana!
      Hier bei uns finde ich es auf der niederländischen Seite viel schöner. Die Landschaft wirkt nicht so aufgeräumt, ist viel abwechslungsreicher. Und die Vorgärten in den Orten sind nicht so spießig😉.
      Vielleicht treffen wir uns ja irgendwann mal auf halber Strecke.
      Liebe Grüße
      Carolin

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  2. Tolle Bilder, das macht richtig Lust aufs Wandern! Hier oben bei uns im Norden gibt es so schöne Gegenden, das sollten wir auchmal angehen. Und wenn auch noch das eine oder andere Tier am Wegesrand steht, finden es unsere Küstenkinder bestimmt auch gut 😉

    Viele liebe Grüße von der Ostseeküste
    Küstenmami

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  3. Ich wandere regelmässig vor der Hastür und das ist bei mir das schöne Twente. Erst letzte Woche bin ich zwei Etappen vom Twentepad gelaufen. Tubbergeb-Almelo und Tubbergen-Ootmarssum. Sehr empfehlenswert! Meine Routen suche ich mir meistens hier http://www.wandelnet.nl Oder tatsächlich auch via das wandelnetwerk mit den knooppunten. Ende Mai werde ich das erste Mal in den Bergen unterwegs sein- nicht vor der Haustür… bin schon sehr gespannt wie ich das als Flachlandwanderer erleben werde. Euch allen viel Wanderspass für 2017! Liebe Grüsse, Alexandra

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  4. Hallo Carolin, ich habe gerade deinen Blog entdeckt und schließe mich mal an. Direkt vor meiner Haustür befindet sich der äußere Grüngürtel, unteranderem gibt es den Kölnpfad und jede Menge Parkanlagen

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