Knödel, ein schnarchender Hund und der Habicht – Auf dem Panoramaweg zur Karalm im Stubaital

Touristenattraktion im Stubaital

Jemandem wie mir, der sich mit dem Entscheiden schwer tut, macht es das Stubaital nicht gerade einfach. Es gibt dort, auf relativ kleinem Raum, einfach viel zu viele Wandermöglichkeiten. Alleine von der Elferbergstation aus beginnen laut Homepage der Bergbahn 11 Wanderungen, die alpineren Touren z.B. zum Elferturm noch nicht mal  mitgerechnet.

Ein Glück, dass unsere Ferienwohnung das Bergbahnticket fürs gesamte Stubaital mitbeinhaltet und so schweben wir von Neustift hoch zur Bergstation, ohne uns Gedanken machen zu müssen, ob sich eine Gondelfahrt bei dem etwas unbeständigerem Wetter heute überhaupt lohnt. Für eine Familie sind die Kosten für Bergbahnen schließlich nicht ganz gering. Oben angekommen haben wir tatsächlich nicht die beste Aussicht. Interessant ist es aber den vielen dort startenden Paraglidern zuzusehen. Die meisten haben einen Touristen huckepack und befördern ihn schwebend wieder ins Tal. An schönen Tagen ist der Himmel im Stubaital manchmal voll von Paraglidern. Ein paar Meter entfernt fällt sofort eine begehbare Sonnenuhr, angeblich die größte im Alpenraum, auf.

Von hier geht es ein strammes Stück hoch zur Elferhütte. Dieses imposante Haus ist auch vom Tal mit bloßem Auge gut sichtbar und bietet natürlich auch wiederum Wahnsinns-Ausblicke auf das Stubaital. Nach einer kurzen Kaffeepause machen wir uns aber nun auf den Weg. Und wenn ein Weg Panoramaweg heißt, bin ich, ist ja klar, sofort dabei. Schade nur, dass wir ab jetzt in den Nebel hineinlaufen und nicht mehr wirklich viel Panorama zu sehen ist. Da die Berge gegenüber aber immer mal wieder zwischen den Wolken auftauchen, sieht die Szenerie trotzdem wunderschön und ein bisschen mystisch aus. Außerdem gibt es auf dem Weg oberhalb des Pinnistals einige Stationen, die uns Infos über Botanik und Geologie Auskunft geben.

Die Elferhütte hoch über dem Stubaital
Die Elferhütte mit Blick auf das vordere Stubaital.
Auf dem Panoramaweg zur Karalm im Stubaital
Ab in den Nebel!
panoramaweg-karalm
Hier beginnt der Abstieg ins Pinnistal

Der Blick zum eindrucksvollen Habicht ist leider nicht ganz frei. Nur zwischendurch lassen die vielen tiefen Wolken in kurzen Momenten einen Blick auf den massigen Berg zu. Der Habicht ist zwar mit seinen 3277m nicht der höchste Gipfel in den Stubaier Alpen, durch seine markante Gestalt und die exponierte Lage wurde er in früheren Zeiten  aber tatsächlich für den höchsten Berg Tirols gehalten. Das ist er zwar bei weitem nicht, trotzdem ist seine Besteigung nicht ganz ohne Tücken, und am besten in zwei Tagen mit einer Übernachtung auf der Innsbrucker Hütte zu absolvieren. Wir steigen jetzt aber erstmal ab, durchkreuzen auf Serpentinen Kuhweiden und werden mit Hilfe von Schildern vor Kühen, die ihre Kälber schützen, gewarnt. Ein Thema, mit dem im Stubaital mittlerweile sehr sensibel umgegangen wird. Da wir in diesem Urlaub noch keine Hundehalter waren, haben mich Kühe egal mit oder ohne Kälbern bis dahin nie beängstigt. Jetzt aber mit hüteverrücktem Hund sehe ich das natürlich anders und habe einiges in Training und Erziehung investiert, damit unser Hund einigermaßen ruhig an Kühen vorbeilaufen kann. Keine Frage, freie Kuhherden gehören nun mal zu den Bergen und der Almwirtschaft verdanken wir nicht nur das leckere Essen und den tollen Käse, sondern auch die herrliche Almlandschaft. Außerdem glaube ich, können Kühe nirgends tiergerechter und gesünder leben als dort. Bisher haben auf unseren Touren die Kühe unseren Hund auch kaum beachtet und wir haben nie Probleme gehabt. Trotzdem, an manchen Tagen habe ich mit meinem Hund einfach keine Lust auf Kuhbegegnungen, und da wäre es praktisch, wenn die Tourismusregionen schon am Startpunkt darauf aufmerksam machen und nicht erst dann, wenn eine Umkehr zeitlich fast schon nicht mehr möglich ist.

Aber zurück zum Panoramaweg. Bald ist unterhalb von uns die Karalm zu sehen. Natürlich kehren wir dort ein und sitzen gemütlich an einem der Tische auf der Terasse. Das Wanderkind begutachtet den Spielplatz, während eine sehr sportliche und noch viel coolere Truppe von Mountainbikern dort ankommt. Ein dicker, behäbiger Almhund trottet von Tisch zu Tisch, lässt sich mal hier, mal dort nieder. Bei den jungen Mountainbikern findet er schließlich den Platz, den er gesucht hat und beginnt lautstark in aller Seelenruhe an zu schnarchen. Zwischendurch entkommt ihm auch mal ein Geräusch, was verbunden mit dem Geruch uns froh macht, dass er nicht unseren Tisch gewählt hat.

Hundegepupse hin oder her, die Knödel, die wir serviert bekommen, sind der Wahnsinn. Der Habicht lässt sich zwar immer noch nicht komplett sehen, trotzdem ist die Aussicht toll. Die Bikertruppe wird sich gleich die Serpentinen hoch zur Innsbrucker Hütte quälen. Ein Ziel, das ich auch gerne erreicht hätte.Schon alleine wegen der Aussicht ein paar Meter weiter von der Hütte auf die sagenhaften Tribulaune. Zu Fuß ist es aber vom Stubaital aus ein recht langer Weg, wie wir schon alleine auf dem Rückweg von der Karalm durchs Pinnistal erfahren werden. Seit unserem Besuch auf der höchstgelegensten Alm im Pinnistal haben übrigens die Pächter gewechselt, was aber sicherlich nichts an der Stimmung und dem leckeren Essen dort geändert hat.

Knödel im Stubaital
Spinat- und Käseknödel auf der Karalm – so lecker!
Der Habicht im Stubaital in Wolken
Schade, wir haben lange gewartet. Der Gipfel des Habichts lässt sich nicht blicken. Also Schuhe geschnürt, ein Blick auf den Wegweiser und weiter geht`s!
Wandern im Pinnistal in den Stubaier Alpen
Gemütlich geht es weiter durchs Pinnistal. Wer möchte, findet schon bald wieder eine Einkehrmöglichkeit.
Wetterumschwünge in den Alpen
Talauswärts sieht das Wetter ganz friedlich aus, zur anderen Seite aber fast dramatisch.

Das Pinnistal, das wir nun auf breitem Weg und langsam nach unten ins Stubaital laufen, beeindruckt vor allem durch die rechterhand steilen Geröllhalden der Kirchdachspitze, einem Berg aus der Serlesgruppe. Nicht dass der Weg bisher anspruchsvoll war, dafür aber recht lang und so bin ich immer froh, auf dem Rückweg nur zu laufen und nicht noch auf meine Füße und eventuelle Stolperfallen achten zu müssen. Anders das Wanderkind. Dem wird natürlich schnell langweilig und so müssen mal wieder etliche Ratespiele ihren Dienst tun.

Pinnistal mit Blick auf den Habicht
Mehrere Almen befinden sich im Pinnistal.
Touristenattraktion im Stubaital
Highligt im Pinnistal ist sicherlich der riesengroße, durchspaltene Felsklotz am Wegrand.

Ein Stückchen des Stubaier Besinnungsweges laufen wir nun hinunter und kommen schließlich in Nähe des Ortsteiles Neder an. Für alle, die nun zurück zur Talstation der Elferbahn oder aber wie wir noch ein leckeres Eis in Neustift essen wollen (die Eisdiele im Zentrum kombiniert italienisches Eissorten mit österreichischen Geschmacksnuancen, sehr lecker!), empfehle ich den Weg oberhalb der Hauptstraße.

Neustift im Stubaital
Neustift im Stubaital

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Ein Gedanke zu „Knödel, ein schnarchender Hund und der Habicht – Auf dem Panoramaweg zur Karalm im Stubaital

  1. Hallo!;) Oh, diese Weite ist beeindruckend! Besonders gefallen mir die Wolken (ok, nicht jedermann’s Sache) und die sehr entspannten Kühe! Eine stressfreie und schöne Weihnachtszeit! Lisa

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