Ladinien, die Dolomiten und ein Bergroman – Im Gespräch mit Diana Menschig (inkl. Verlosung)

Blogtour Ein Tal in Licht und Schatten

Diana Menschig lebt am flachen Niederrhein, liebt die Berge und schreibt Bücher, die in fantastischen Parallelwelten spielen. Unter ihrem Pseudonym Marie Buchinger veröffentlichte sie nun einen historischen Roman, der in Südtirol, genauer gesagt in einem ladinischen Bergtal spielt und die Geschichte zweier Familien, die aufgrund des Ersten Weltkrieges und dessen politischen Folgen auf eine ungeheure Belastungsprobe gestellt werden, erzählt. Diana bzw. Marie hat zu ihrem Buch unglaublich intensiv recherchiert. Darüber, aber auch über ihre Einstellung zu einem friedlichem, vereinten Europa könnt ihr auf ihrem Blog Seitenrauschen lesen.

Blogtour Ein Tal in Licht und Schatten

Ich freue mich nun, Station auf der Blogtour von fünf Bloggermädels zu sein. Am Ende des Interviews mit Diana Menschig erfahrt ihr übrigens, wie ihr ein handsigniertes Exemplar des Buches „Ein Tal in Licht und Schatten” gewinnen könnt.

Diana, anders als deine übrigen Romane hast du „Ein Tal in Licht und Schatten” unter dem Pseudonym Marie Buchinger veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Zum einen möchte ich den LeserInnen Orientierung geben. Mein richtiger Name Diana Menschig steht für phantastische Stoffe, unter Marie Buchinger veröffentliche ich jung-historisch. Dem Verlag war es außerdem wichtig, dass der Name ein wenig süddeutsch klingt, da meine Geschichte ja in Südtirol vor und während des Ersten Weltkrieges spielt. Zu der Zeit gehörte die Region zu Österreich-Ungarn.

2. Was würde Marie über Diana sagen? Und Diana über Marie?

Da gibt es eindeutig keine Trennung. Ich bin beide – daher würden beide über sich sagen, dass sie ihre Bücher und Geschichten mit großer Leidenschaft erzählen, sowohl beim Schreiben als auch bei der Recherche – letzteres hatte beim historischen Stoff allerdings noch einmal eine ganz andere Dimension. Für „Ein Tal in Licht und Schatten“ habe ich sogar Charpie gezupft und sterilisiert. Das mussten die Frauen tun, als das Verbandsmaterial knapp wurde.

3. Nicht nur ich bin Niederrheinerin und liebe die Berge, bei dir ist es ja ganz ähnlich! Woher kommt die Sehnsucht nach den Bergen und wie stillst du sie?

Mit meinen Eltern im Allgäu zu wandern fand ich als Kind maximal schrecklich. Mit sechzehn Jahren bin ich dann mit einer Jugendfreizeit in Saas Fee (Schweiz) gewesen, da habe ich gespürt, dass Berge viel mehr können.
Doch erst als ich 2006 zum ersten Mal die Dolomiten gesehen habe, war es um mich geschehen, das war Liebe auf den ersten Blick. Ich mag inzwischen viele Bergregionen – und finde einige zum Wandern sogar angenehmer, da Aufstiege in den Dolomiten gern mal bocksteil sind -aber ehrlich: Die Dolomiten bleiben mein Favorit. Ich habe Bilder im Büro hängen und die Fanes-Gruppe als Hintergrundbild auf meinem PC, aber stillen kann ich diese Sehnsucht nicht.

4. Das Buch spielt in den Dolomiten. Weshalb ausgerechnet dort?

Zum einen haben mich, genau wie die Berge selbst, sehr schnell die Sagen der Region fasziniert, die von Karl Felix Wolf aufgezeichnet wurden. So tauchen die Dolomiten bereits als „Nordgebirge“ in meinen Debütroman „Hüter der Worte“ auf. Dann trifft man auf vielen Wandertouren auf Hinterlassenschaften des Ersten Weltkrieges. Ich habe mich gefragt, was dort alles passiert ist. Die Menschen dort waren Freunde, die über Nacht zu Feinden erklärt wurden und aufeinander schießen mussten. Und dann gab es über dreißig Bergsprengungen, deren Ergebnisse heute noch zu sehen sind. Beides ist für mich vollkommen unbegreiflich.

5. Welche Wandertour dort kannst du uns besonders empfehlen?

Zum einen der Besuch der Fanes-Alm, wo auch ein Teil des Buches spielt. Oder der Übergang vom Pordoi-Pass zum Grödner-Joch (Sella-Gruppe): Dort ist das Gestein blendend weiß, das hat einen ganz eigenen Reiz.

6. 2006 hast du beim legendären Radmarathon „Maratona dles Dolomites” teilgenommen. Erzähl´doch mal!

Hm, das ist für Nichtradfahrer – glaub ich – sterbenslangweilig, aber wer mag, kann das auf meinem alten Blog nachlesen. Ich hatte bei beiden Starts 2006 und 2007 großes Glück mit dem Wetter. Schon für die Sonnenaufgänge lohnt sich der Start – 2007 hatten wir dazu Bodennebel. Auf der gesperrten Strecke (= kein Gegenverkehr) hineinzufahren war ein einmaliges Erlebnis, ich fühlte mich wie in einem Feenreich: Tagebuch Dolomiten und Maratona dles Dolomites

7. Jedes Jahr steht dieses Sportereignis unter einem bestimmten Motto. 2017 lautet es „Die Liebe”. Das wäre doch ein Grund, – passend zum Buch – die Teilnahme zu wiederholen, oder?

Ich habe darüber nachgedacht, aber leider ist es sehr schwer, einen Startplatz zu bekommen…

8. Die Hauptakteure deines Romanes leben im ladinischen Gadertal. Kannst du Ladinisch sprechen und uns vielleicht eine kleine Kostprobe dieses Dialektes geben? Was ist das Besondere an Ladinien?

Wenn ich es spreche, hört sich das für Ladiner furchtbar schrecklich an, daher lasse ich das lieber… Ladinisch ist eine Sprachminderheit in der Sprachminderheit Deutsch. Es wird in fünf Tälern gesprochen, wo sich die Sprache über die Jahrhunderte aufgrund der abgeschiedenen Lage erhalten konnte, heute wird sie intensiv gepflegt. Man sieht zum Beispiel an den Häusern die ladinischen Bezeichnungen: „Ciasa“ statt „Haus“ /„Casa“ oder „stö da füch“ statt „Feuerwehr“/„vigili del fuoco“.

9. Südtirol ist eine so abwechslungsreiche und facettenreiche Region. Was fasziniert dich dort am meisten?

Es ist diese Kombination aus alpenländischem rustikalen Charme und mediterranem Flair. Am besten erkennt man das am Essen: Ich muss mich nicht zwischen Eis oder Apfelstrudel, Pizza oder Knödeln entscheiden, ich kann beides haben. Für mich es kein Zufall, dass ausgerechnet die Südtiroler neuerdings ganz ausgezeichnetes Bier brauen. Da trifft süddeutsche Brautradition auf italienische Freude an Geschmacks-Experimenten

10. In den Bergen, vor allem in Südtirol, schmeckt es immer unglaublich gut. Was ist dein Lieblingsgericht und hast du einen Einkehrtipp für uns?

Ich liebe Schlutzkrapfen in allen Varianten und kleine „Dolci“. Dazu ist mein absoluter Tipp „I Dolci di Ricky“ in Badia. Das kleine Café liegt etwas versteckt hinter einem Fahrradgeschäft.

11. Deinem Buch und auch dem Blog „Seitenrauschen” merkt man an, dass du gerne intensiv recherchierst. Bestimmt hast du dadurch einige interessante Menschen in Südtirol kennengelernt?

Ja, leider kenne ich die meisten nur per Mail. Im September 2015 habe ich das Gadertal für das Finetuning des Manuskriptes besucht und dort die Bibliothekarin des Istitut Micura de Rü getroffen, die mit mir sehr intensiv am Buch gearbeitet hat. Den Vermietern unserer
Ferienwohnung in La Ila/ Stern habe ich dagegen kürzlich erst gestanden, dass ich mir für meine Protagonistin ihren Nachnamen Kastlunger „ausgeliehen“ habe, weil er ein sehr typischer Name ist. Sie haben mich daraufhin zum Essen mit ihrem Großvater eingeladen, damit er mir noch mehr Geschichten erzählt, aus denen ich Bücher machen kann!

12. „Ein Tal in Licht und Schatten” spricht zahlreiche Südtiroler Themen an. Der aufkommende Bergtourismus ist nur eines davon. Wie denkst du, hat sich Südtirol in diesem Bereich entwickelt? Nur zum Vorteil?

Eine sehr schwierige Frage. Ich sehe gerade bei den Südtirolern den Willen zu Nachhaltigkeit und Ökologie. Die Berge und die Natur sind ihr Kapital, das sie erhalten müssen – ich finde, das gelingt ganz gut, zumindest sind mir keine vom Massentourismus zerstörten Gebiete bekannt, wie ich sie aus den französischen Alpen oder Österreich kenne. Abgesehen von den menschlichen Sünden in diesen Bereichen wird der Klimawandel einige Herausforderungen mit sich bringen…

13. Als Bücherautorin, so stelle ich es mir jedenfalls vor, entwickelt man sicherlich eine besondere Beziehung zu seinen Protagonisten. Wird es eine Fortsetzung der Geschichte geben?

Das haben nun die LeserInnen in der Hand. Wenn das Buch ein Erfolg wird, kann ich die kleinen Geschichts-Fäden, dir über „Ein Tal in Licht und Schatten“ hinausgehen, weiterspinnen.

Verlosung

Wer nun neugierig auf das Buch von Diana geworden ist, hat bei dieser Blogtour die Chance, ein Exemplar zu gewinnen. Verlost werden insgesamt zwei handsignierte Ausgaben von „Ein Tal in Licht und Schatten”. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr lediglich einen Kommentar unter einem der Tourstationen hinterlassen. Je mehr Stationen ihr kommentiert, um so größer sind die Gewinnchancen! Bis zum 05.12.16 um Mitternacht habt ihr Zeit, ab dem 06.12. werden die Gewinner in der Büchernische bekannt gegeben. Der Versand erfolgt europaweit.

Die Stationen

Ladinien ist Teil Südtirols
La Vila im ladinischem Gadertal. So könnte die Bergbauernfamilie aus dem Buch gewohnt haben.  Foto von Diana Menschig
Diana Menschig in den Dolomiten
Ein kleiner Spaziergang zur Scotoni-Hütte. Foto von Diana Menschig
Wandern mit Hund im Gadertal
Dianas Hund Tom in den Dolomiten. Foto von Diana Menschig

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18 Gedanken zu „Ladinien, die Dolomiten und ein Bergroman – Im Gespräch mit Diana Menschig (inkl. Verlosung)

  1. Danke für das spannende Interview! Und einen lieben Dank auch an Diana Menschig fürs Teilen ihrer Fotos – das sieht traumhaft aus! Am liebsten würde ich jetzt die Sachen packen und zum Wandern aufbrechen …

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  2. Ein sehr schönes und interessantes Interview! Vielen Dank! und die Fotos sind wieder traumhaft schön!
    Leider muss ich zum Thema Massentourismus Diana recht geben, denn bei uns in Österreich wurden schon viel zu viele Wälder für Schipisten gerodet! Und wie ich schon bei der letzten Station erwähnte spielt auch der Klimawandel ganz schön mit! Der Schnee wird weniger und die Gletscher schmelzen! Hier muss endlich ein Umdenken statfinden!
    Und nun hüpfe ich ins Lostöpfchen, denn das Buch ist ja schon seit dem Erscheinungstermin ganz, ganz oben auf meiner Wunschliste!
    Alles Liebe
    Martina

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    1. Hallo Martina!

      Danke dir für deinen Kommentar! Ich bin ja auch oft und gerne in Österreich unterwegs und da tut es mir manchmal ebenfalls im Herzen weh, wenn ich sehe, wie manche Naturlandschaften durch den Skitourismus verschandelt werden. Andererseits leben die Menschen dort natürlich auch davon und wir Wanderer profitieren im Sommer von mancher Bergbahn. Aber es ist immer die Frage des Maßes und es wird schnell übertrieben.
      In Südtirol bin ich hauptsächlich in den Dolomiten. Dort darf meines Wissens nichts Neues mehr gebaut werden. Allerdings finde ich z.B. die Seiser Alm auch nicht mehr wirklich idyllisch und wie es in den übrigen Skigebieten Südtirols zugeht, z.B. im Schnalstal oder am Ortler, kann ich nicht sagen.
      Auf jenen Fall wünsche ich dir viel Glück bei der Verlosung!

      Liebe Grüße vom Niederrhein
      Carolin

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  3. Hallo guten Abend,

    vielen Dank für das Interview, es hat mir sehr gut gefallen.
    Als treue Südtirolurlauber interessiert mich dieser Roman sehr. Wir waren erst diesen Sommer im Meraner Land und haben es absolut genossen. Diese herrliche Gegend besizt einen außergewöhnlichen Charme, der einen immer wiederkommen läasst.

    LG Bettina Hertz

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Bettina!
      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Weil ich Südtirol auch so liebe und es so facettenreich ist, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Buch. Ich bin dort meistens rund um Bozen unterwegs, aber das Meraner Land ist auch klasse!
      Viele Grüße
      Carolin

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  4. Guten Morgen!

    Ein schönes Interview! Ich bin ja leider kein so begeisterter Wanderfan, weil ich mich immer so schwer dazu aufraffen kann. Aber wenn ich mal dabei bin dann liebe ich es auch sehr ♥ Die Berge haben schon was faszinierendes, das muss man direkt und live erleben!

    Das Problem mit dem Tourismus macht ja leider eben auch vor solchen Regionen nicht Halt. Man kann nur hoffen, dass einige Flecken wirklich erhalten bleiben und wir nicht alles dadurch kaputt machen!

    Tolle Fotos auch übrigens! Die laden sofort zum wandern ein 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Aleshanee!
      Danke dir für den Kommentar!
      Das Lob gebe ich mal weiter an Marie bzw Diana, da es ja ihre Fotos sind.
      Ich liebe es ja, zu wandern. Möglichst weit und lang. Aber manchmal will ich auch einfach nur irgendwo sitzen und gucken. Und da gebe ich dir recht, sind die Berge so faszinierend, dass der Anblick schon reicht!
      Liebe Grüße
      Carolin

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