Auf den Grieskogel -Einsame Bergpfade in Galtür

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Das hat man nun davon, wenn man blind hinterher läuft. Eigentlich stand ja nur eine kleine Wanderung an, ein richtiges Ziel hatte ich gar nicht. Einfach von Galtür aus loslaufen, ein wenig die nähere Umgebung entdecken und den Nachmittag dann gemütlich auf dem Balkon der Ferienwohnung verbringen. Ist aber nun ein Wandergefährte (und damit meine ich jetzt nicht den Hund) dabei, für den alle Touren unter 20 km nur kurze Spaziergänge sind, muss man sich nicht wundern, wenn man dank des Hinterherlatschens auf einmal 1000 Höhenmeter oberhalb des Paznauner Dorfes steht!

Aber ich gebe es zu, es hat sich gelohnt, mich die vielen Serpentinen Richtung Grieskogel hochzuquälen. Eine traumhafte Sicht auf das Silvrettagebirge und spannende Begegnungen mit einigen Steinböcken waren der Lohn!

Los ging es also in Galtür, diesem trotz der Silvrettahochalpenstraße so beschaulichem Dorf im Westen Tirols.

Das Tiroler Dorf Galtür im Paznaun.
Galtür mit der Gorfenspitze, rechts die Ballunspitze und dazwischen schaut ein wenig die Vallüla heraus.

Entlang am Bach wandert man ein kurzes Stück talabwärts, bevor es am Paraglidingplatz ansteigend  zum Wegweiser Sonnkogel geht. Auf schmalen Pfaden durch die Bergwiesen erreichen wir den Aussichtspunkt Sonnkogel auf 1750 m Höhe.

Hier beginnt nun auch der Themenweg „Adamsberg“. Neben den zahlreichen Ausblicken auf die Bergwelt bietet er an manchen Stellen Informationen über die schon vom Tal aus nicht zu übersehenden Lawinenverbauungen. Die sind nun mal bei der Steilheit der Berge hier notwendig, damit Lawinenkatastrophen wie 1999 nicht wieder geschehen. Durch diese Verbauungen schlängelt sich nun der schmale Pfad. Da wir heute optimales Wanderwetter haben, ist es trotz des nicht unerheblichen Höhenunterschiedes eigentlich nicht sehr anstrengend. Schwieriger ist es Panda, unseren Hütehund, davon abzuhalten, die vielen Serpentinen nicht einfach zu überspringen und stattdessen auf dem Weg hinter uns zu bleiben. Wie immer muss er seine Herde, also uns, zusammenhalten und kann es kaum aushalten, wenn mal jemand hinter der nächsten Kurve verschwunden ist. Wir können ihn hier leider nicht ableinen, zwischendurch sehen wir nämlich immer wieder einen Fuchs, der ihn zu unerlaubten Ausflügen locken könnte.

Mit Hund in Österreich wandernbank-tirolmit-hund-wandern

Lawinenverbauungen in Galtür

Irgendwann treffen wir auf einen Fahrweg. Rechts führt er zur Friedrichshafener Hütte. Eine wunderschön gelegene Berghütte im Verwallgebirge. Wir aber biegen links ab und laufen weiter durch nicht enden wollende Lawinenverbauungen. Der Grieskogel mit seinen 2614 Metern scheint nicht mehr weit entfernt zu sein. Während wir auf dem Serpentinenpfad nur wenigen anderen Wanderern begegnet sind, ist hier absolut niemand außer uns unterwegs. Bald ist eine Art Lawinenschutzdamm zu sehen, auf dem wir wir bis zum Anfang des Steiges zum Gipfel laufen. Hinter dem Damm befinden sich kleine Bergseen. Wer Bergeinsamkeit sucht, findet sie hier.

Der Steig zum Grieskogel ist nicht übermäßig anspruchsvoll. Trotzdem bleibe ich mit Panda lieber an den Seen zurück. Verbringe ich halt meine eigentlich für heute angedachte Balkonpause hier oben. Im Gegensatz zu Menschen, die stundenlang aufs Meer starren können, mache ich das nämlich lieber im Gebirge. Am Strand packt mich schnell eine Unruhe und ich muss dort laufen, in Bewegung sein. In den Bergen ist das vollkommen anders, hier könnte ich tatsächlich stundenlang einfach nur sitzen, gucken und genießen!

Und sooo einsam ist es hier dann doch nicht! Immer mehr Steinböcke entdecke ich an den gegenüberliegenden Graten. Erst ein paar übermütige Jungtiere und ihre Mütter. Dann weiter von ihnen entfernt einige imposante Böcke mit ihren großen Geweihen. Schade, dass ich mal wieder das falsche Objektiv dabei habe und keine brauchbaren Fotos von ihnen machen kann.

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Panda scheint von den Bewegungen der Steinböcke nichts mitzubekommen. Viel mehr ist er darauf konzentriert, zu beobachten, wo sein Herrchen herumkraxelt. So bekommt er auch nicht mit, wie sich einer der Steinböcke uns immer mehr nähert. Er fixiert uns regelrecht, wahrscheinlich weil wir uns jetzt schon recht lange an einem Fleck in seinem Revier aufhalten. Ohne Hund hätte ich jetzt am liebsten abgewartet und darauf gehofft, dass ich ein Foto von ihm aus der Nähe hätte machen können. Mit Hund aber fehlt mir der Mut und ich trete den Rückzug an. Steinböcke werden zwar nur selten aggressiv, und das auch eher bei freilaufenden, wildernden Hunden. Aber ein wenig mulmig wird mir schon und so zerre ich Panda, der nicht ohne seinen Lieblingsmenschen weitergehen will, den Berg ein Stück runter.

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Bald sind wir aber wieder vollständig, und laufen den gleichen Weg hinunter ins Tal. Der Rückweg kommt mir übrigens dreimal so lang vor wie der Aufstieg. Auch wenn die Ausblicke ins Jamtal mit gleichnamigen Gletscher, die Fluchthörner und den Paznauner Teil der Silvrettahochalpenstraße überwältigend sind, merkt man gerade beim Herunterlaufen die Steilheit der Berge besonders. Trotzdem war diese Wanderung, auch wenn sie so gar nicht eingeplant war, mit eine der schönsten in Galtür!

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Wandern mit Hund in Tirol mit Blick auf das Silvrettagebirge
Wandern mit Hund in Österreich

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9 Gedanken zu „Auf den Grieskogel -Einsame Bergpfade in Galtür

  1. Oh, diesen starren Blick kenne ich auch von Bobby, wenn sich einer vom „“Kernrudel“ entfernt. Wenn ich dann sogar noch in die andere Richtung gehen will, wird das schon mal zusätzlich mit Kläffen und Winseln untermalt… Eine tolle Tour habt ihr da gemacht und trotz fehlender Steinböcke – sehr schöne Fotos! Liebe Grüße von Andrea

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    1. Hallo Pierre,

      vielen Dank! Beim Hund wäre ich manchmal froh, wenn er wegen seiner Fellfärbung nicht so auffallen würde. Ist manchmal ein bisschen peinlich… Aber langsam bessern wir uns!

      Viele Grüße Carolin

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