Zur Starkenburger Hütte im Stubaital

Wandertour im Stubaital zur Starkenburger Hütte

Urlaub im Stubaital. Die Auswahl an Wanderungen scheint hier unendlich zu sein. Um einen Überblick über das Tiroler Tal zu erhalten, wählen wir den Weg von der Schlick-Bergstation zur Starkenburger Hütte. Fürs Einlaufen ist dieser relativ einfache und nicht lange Weg ganz gut geeignet. Außerdem erwartet uns an der Hütte, die höchst exponiert über Neustift liegt, ein fulminanter Ausblick auf die 3000er und Gletscher der Stubaier Alpen.

Tja, diese schöne Sicht wartet dann leider doch nicht mehr auf uns. Pünklich, als wir mit der Gondel der Schlickbahn am Kreuzjoch ankommen, zieht der Himmel immer weiter zu. Noch lassen die Wolken den Blick zu den gegenüberliegenden Kalkkögeln zu.

Blick von der Schlick 2000 Bergstation
Die Kalkkögel werden wegen ihres Aussehens oft Nordtiroler Dolomiten genannt.

Die Kalkkögel waren übrigens in den letzten Jahren Kernpunkt von Diskussionen zwischen Tourismus und Naturschutz. Neue Bergbahnen sollten das Stubaital mit dem Axamer Lizum verbinden, und das über das Ruhegebiet der Kalkkögel. Das Projekt ist nach einem Gutachten erstmal vom Tisch, zum Glück. Natürlich nutze auch ich zwischendurch immer wieder gerne Aufstiegshilfen. Aber die bereits vorhandenen reichen meiner Meinung nach vollkommen aus. Mehr bitte nicht! Riesige Skigebiete wie z.B. am Stubaier Gletscher oder in Ischgl im Paznaun sind im Sommer einfach nur furchtbar! Mehr über die Rettungsaktion der Kalkkögel könnt ihr hier bei dem Zusammenschluss von mehreren Naturschutz- und Alpenvereinen nachlesen.

Die Kalkkögel lassen wir aber nun hinter uns liegen. In die andere Richtung geht es jetzt zur Sennjochhütte und etwas mehr ansteigend zum gleichnamigen Joch. Der Weg führt nun ziemlich gut gesichert durch eine schroffe Felsflanke unterhalb des Niederen Burgstalls.

Die recht einfache Besteigung des Niederen Burgstalls sparen wir uns heute. Der Nebel wird immer stärker. Nicht nur die Berge ringsherum sind nicht mehr zu sehen, auch der Tiefblick ins Tal ist kaum noch möglich.

Immerhin die Schafe vor uns auf der Bergwiese sind ein Blickfang und lassen sich ganz entspannt fotografieren.

So wie hier treffen wir auch auf anderen Wanderungen im Stubaital immer wieder auf kleine Gruppen von Schafen oder Ziegen. Gerade die Haltung von Tiroler Bergschafen hat hier eine lange Tradition. Jeden September gibt es auch einen eigenen Schafalmabtrieb.

Wandertour im Stubaital zur Starkenburger Hütte

Wir müssen noch ein Stückchen hoch, queren die Lawinenverbauungen unterhalb des Hohen Burgstalls. Dieser Gipfel ist übrigens vier Jahre vor seiner Mount Everest – Erstbesteigung von Sir Edmund Hillary als dessen erster Berg in den Alpen bezwungen worden.

Die Hütte lässt sich im Nebel schon erahnen. Oben angekommen bestätigt sich die Befürchtung, dass wir so gut wie nichts von dem eigentlich atemberaubenden Bergpanorama sehen werden. Normalerweise hätte man von hier aus fast die gesamte Prominenz der Stubaitaler Alpen im Blick: Serles, Habicht und der Mischbachferner, den Stubaier Hauptkamm von den Feuersteinen über Wilden Freiger, Wilder Pfaff bis zum Zuckerhütl, die Stubaier Wildspitze, sowie das Oberbergtal mit der Franz-Senn-Hütte.

Also begnügen wir  uns damit, die vielen Gipfel auf der in der Gaststube gekauften Postkarte anzusehen.

Ein wenig entschädigen für die fehlende Sicht kann aber das leckere Essen (meine Wahl fällt wie so oft auf Spinatknödel mit großer Salatbeilage) und das Wissen um einige noch folgende Urlaubstage im Stubaital mit sicherlich besserem Wetter.

Starkenburger Hütte im Stubaital
Die Starkenburger Hütte mit Holzstelen, durch die man die Seven Summits der Stubaier Alpen betrachten kann (könnte ;))

 

Für den Rückweg entscheiden wir uns für den gemächlich abwärts führenden Fahrweg zur Mittelstation der Schlickbahn. Die Kaserstattalm, an der der Weg vorbeiführt, lädt verlockend zu einer weiteren Einkehr ein. Allerdings türmen sich nun, nachdem zwar der Nebel verzogen ist, die Wolken hoch am Himmel. Ein untrügerisches Zeichen für ein nahendes Gewitter. Und auch in der Ferne hört man es schon leise grummeln. Also weiter an der Knappenhütte vorbei. Der Name dieser Hütte erinnert daran, dass in dieser Gegend bis 1944 Bergknappen im Erzbergbau tätig waren.

An der Galtalm, in der man übernachten kann, fängt es langsam an zu regnen. Der Weg zur Mittelstation ist aber nicht mehr weit und einigermaßen trocken schweben wir in der Gondel runter nach Fulpmes.

Die Starkenburger Hütte ist Etappenziel des Stubaier Höhenweges
Die Starkenburger Hütte ist (meist) erstes Etappenziel bzw. Start des Stubaier Höhenweges.
neustift-stubaital
Neustift mit der im Verhältnis zum kleinem Ort großen Kirche
stubaital-gewitter
Immerhin zeigen sich jetzt die hohen Berge des Stubaitals
mittelstation-schlick
Nicht mehr weit ist es zur Mittelstation.

Fakten und Fazit:

  • Ausgangsort ist Fulpmes im Stubaital. Mit der Schlickbahn geht es hoch zur Bergstation Kreuzjoch. Berg-und Talfahrt kostet für Erwachsene mit Gästekarte 17,10 Euro. Zwar fährt man von der Mittelstation zurück, würde aber für einzelne Tickets 70 Cent mehr zahlen.
  • Wie so oft in den Bergen lohnt es sich also, nach einer Unterkunft im Stubaital zu suchen, die die Stubai Super Card beeinhaltet und man sich keine Gedanken mehr um die gerade für Familien doch sehr hohen Preise der Bergbahnen machen muss. Alternativ kann man sich die Stubai Card auch kaufen. Dann ist sie allerdings nur an 5 von 7 Tagen gültig und kostet 62 Euro (Stand 2016).
  • Kreuzjoch (2100m) – Starkenburger Hütte (2237m) ca 1,5 h Dauer. Dieser Abschnitt ist zwar nicht schwer zu laufen und gut gesichert. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, an denen es steil nach unten geht. Kinder also in den Augen behalten. Trittsicherheit erforderlich.
  • Starkenburger Hütte – Mittelstation Froneben (1362m) ca 2 h auf breitem, kinderwagentauglichen Weg.
  • Abwechslungsreiche, nicht sehr schwierige Wanderung, die vor allem durch ihre eindrucksvolle Aussicht besticht. Also besseres Wetter aussuchen als wir das gemacht haben!

Urlaub im Stubaital mit zahlreichen Wanderungen zu wunderschönen Berghütten

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5 Gedanken zu „Zur Starkenburger Hütte im Stubaital

  1. Schade das so ein Nebel war, das ist ärgerlich. Tirol ist wirklich ein tolles Fleckchen zum Wandern und auch so. Schöne Natur und so weitläufig.
    Die Schafe sind sehr süß
    LG Tanja

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Tanja,

      danke für Deinen Kommentar! Immerhin war es trocken und der Nebel nicht so schlimm, dass man sich hätte verlaufen können. Hatten wir auch schon mal, was in den Bergen nicht ganz angenehm ist!
      Viele Grüße
      Carolin

      Gefällt mir

    1. Hallo Uli!
      Ja, das kann ich mir vorstellen, dass zur Zeit bestes Wanderwetter in den Bergen herrscht! Ich wäre jetzt gerne dort, bei uns ist es mir gerade sogar zu heiß.
      Übrigens finde ich deinen Blog ganz toll und werde bei etwas mehr Zeit mal gründlicher dort stöbern.
      Viele Grüße vom Niederrhein
      Carolin

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