Hilfe – mein Hund ist ein Zeckenschiff

Hund und Zeckenabwehr

Zecken, vor allem deren Abwehr, ranken in der Liste der meistdiskutiertesten Themen unter Hundehaltern sicherlich ziemlich weit oben. Liest man sich durch Foren oder einschlägige Facebookseiten, gehört man ganz schnell entweder in die Gruppe derer, die ihren Hund mit Chemiebomben vergiften oder aber geht verantwortungslos mit seinem Tier um, in dem man auf Hausmittelchen vertraut und stattdessen das Risiko schlimmer Krankheiten wählt.

Hund und Zeckenabwehr
Panda – anders als auf dem Foto- am liebsten in Bewegung und im Gestrüpp unterwegs

Solchen Diskussionen, in denen es entweder nur ein Gut oder ein Böse gibt, gehe ich grundsätzlich aus dem Weg. Ist doch nahezu jeder Hundehalter ein mündiger Bürger und kann seinen Kampf gegen die Zecken doch selber entscheiden. Bisher habe ich das Zeckenthema auch sehr pragmatisch gehandhabt. Diese blöden Viecher können nun mal noch blödere Krankheiten übertragen, die wesentlich gefährlicher sind als mögliche Nebenwirkungen von pharmazeutischen Präparaten. Eine, wie ich finde, einleuchtende und gut verständliche Erklärung auf dem Blog eines Tierarztes findet ihr hier.

Trotzdem mache auch ich mir im Moment Gedanken über die Mittel, die ich bisher eingesetzt habe, und mögliche Alternativen. Und direkt gesagt: das ultimative Wundermittel habe ich bisher nicht gefunden. Ganz im Gegenteil, je mehr ich darüber lese, umso unsicherer werde ich.

Angefangen hat alles im letzten Jahr. Panda, mein Hund, hatte das erste Mal Flöhe. Beim Tierarzt gab es ein Spot-on dagegen. Gewirkt hat er nicht lange, trotz zusätzlicher hygienischer Maßnahmen im Haushalt, die bei so einem Flohbefall unerlässlich sind. Mag sein, dass ich es nicht ordnungsgemäß aufgetragen hatte, ein paar kleine Tropfen liefen schließlich an seinem langen Fell hinunter. Oder aber ich habe ihn nicht ausreichend gegen den Starkregen, der an diesem Tag herrschte, geschützt. Ich war zwar nur mit ihm im Garten unterwegs, immer einen Regenschirm über ihn haltend. Bei so einem wilden Jungspund aber nicht ganz einfach…

Die Flöhe waren jedenfalls schnell wieder da. In der Tierarztpraxis empfahl man mir nun eine Tablette, die drei Monate wirken sollte. Nicht nur gegen Flöhe, nein auch gegen Zecken. Oh, das klang doch wie Musik in meinen Ohren! Geschluckt (Bravecto, so heißt das Teil, schmeckt wohl jedem Hund) und schon waren wir alle Probleme los. Im ersten Jahr war dies auch definitiv der Fall. Keine einzige Zecke hatte angebissen oder krabbelte durch sein Fell. Und weil oft Kletten und Unkrautsamen sich in seinem Fell verfangen, muss ich es nach den meisten Spaziergängen trotzdem kämmen und durchsuchen. Entdeckt hatte ich niemals auch nur eine Zecke.

Dieses Jahr ist es komplett anders.

Nicht dass sich unsere Spaziergewohnheiten großartig änderten oder das Wetter anders war. Nein, eigentlich alles wie vorher. Wieder ein sehr milder Winter ohne Frosttage und ein feuchter, meist warmer Sommer. Beste Bedingungen also in beiden Jahren für eine Zeckenplage. Auch unsere Gartengestaltung, die nicht wirklich einen englischen Rasen, sondern eher (natürlich ;)) geplante Wildnis beinhaltete, war schon immer so.

Hund im Wald an Schleppleine
Zecken finden wir tatsächlich bisher nur nach ausgedehnten Waldspaziergängen . Verzichten gerade bei dem warmen Wetter im Moment möchte man natürlich trotzdem nicht auf den kühlen Wald.

 

Aber seit ein paar Wochen friemeln wir nach jedem längerem Waldspaziergang 15 bis 20 Zecken aus dem Hund. Die meisten haben sich festgebissen und sind nicht leicht zu entfernen. In der Tierarztpraxis war man sehr verwundert darüber, hatte Panda doch erst vor nicht mal 2 Monaten die Tablette geschluckt. Muss wohl an seinem Gewicht liegen. Er ist nämlich mit seinen schwankenden 20 Kg genau an der Grenze zwischen zwei Dosierungen. Dementsprechend bekam ich eine Tablette für schwerere Hund mit.

Dämlich, blöd…ich ärgere mich über mich selber. Hätte ich mich ein wenig mehr informiert, wüsste ich, dass der Schutz der Tablette für manche Zeckenarten auch nur  8 Wochen lang andauert. Außerdem wirkt dieses Medikament nicht repellierend. D.h. Zecken müssen erstmal andocken, bevor sie irgendwann abgetötet werden. Die Arzthelferinnen in der Praxis sagten mir, beisst die Zecke zu, fällt sie tot ab. Laut Packungszettel, den ich mir zugegebenerweise erst gar nicht durchgelesen hatte, kann das aber schon ein paar Stunden dauern. Wie lange die Zecken nun in ihm schon wüteten, ist schwer zu sagen. Ein Experiment, es mal auszuprobieren, wann sie denn tot abfielen, wollte ich nun auch nicht wagen. Selbst wenn die meisten Krankheiten erst nach mehreren Stunden übertragen werden, finde ich die Vorstellung dieser immer dicker werdenden Parasiten ekelhaft und will sie so schnell wie möglich loswerden!

So begeistert ich im letzten Jahr von der Tablette war, um so weniger möchte ich sie nochmal einsetzen. Den Hund mit seinem schwarz-grau-weißem Fell ewiglang durchzusuchen, kann ich auch ohne Chemie mit dem gleichem Ergebnis. Genauere Informationen über dieses Mittel, sowie teilweise positivere Erfahrungen (jeder Hund ist schließlich anders) bekommt ihr hier: My Dog und Fluffology.

Was aber nun? Alina hat auf ihrem Blog einen ganz guten Überblick über gängige Mittel gemacht.

Ich wünschte, es würde ohne pharmazeutische Produkte gehen.  Kein Gift, keine Chemie, nur ein Hausmittelchen oder ein Naturprodukt. Aber so leicht wird es nicht, befürchte ich. Knoblauch… ich dachte, das dürfen Hunde auf keinen Fall fressen? Schwarzkümmelöl… soll wirken, gleichzeitig aber auch nicht gut für die Leber sein. Kokosnuss… fressen tut das mein Hund ganz oft. Innerlich angewandt scheint das auch gut gegen Würmer zu helfen, aber gegen Zecken wohl eher nicht. Einreiben mit Kokosöl find ich bei langhaarigem Fell außerdem eher schwierig. Und bei seiner Verfressenheit befürchte ich, dass er das ganze sofort abschleckt! Wie es aber mit der Kokosnuss klappen kann, könnt ihr auf dem Blog von Kristina und ihrem Shiba Inu lesen.

Kokosnuss für Hunde
Gepresste Kokosflocken aus dem Hundeshop – nicht ganz billig (250 g kosten 3,50€ ) und helfen uns nicht bei der Zeckenabwehr. Riechen aber sehr lecker und sind dafür wirksam gegen Würmer.

Ein paar Sachen werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren. Keramikhalsbänder zum Beispiel. Oder das nach Mottenkugeln riechende Spray, das auf dem Blog Kalte Schnauze zunächst optimistisch, dann aber leider doch ohne großen Erfolg von Silvana getestet wurde. Wahrscheinlich wird es demnächst aber doch noch mal ein Spot-on. Zumindest sind diese Medikamente schon länger auf dem Markt und auf eventuelle Langzeitschäden getestet  Denn leider ist es so. Was ich ansonsten bei keinem einzigen Lebewesen auf der Welt sagen würde: Nur eine tote Zecke, ist eine gute Zecke.

Demnächst sind wir wieder in den Bergen. Unser Ferienort liegt auf 16oo Metern Höhe. Wenn nicht der Klimawandel auch dort schon zugeschlagen hat, dürften wir dort oben hoffentlich keinen Zecken begegnen. Ich freue mich schon darauf.

Falls ihr noch weitere Tipps zur Zeckenbekämpfung habt, nicht nur beim Hund, freue ich mich über Anregungen!

 

 

 

 

 

 

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12 Gedanken zu „Hilfe – mein Hund ist ein Zeckenschiff

  1. Das Problem kennen wir nur zu gut, in diesem Jahr waren sie besonders aktiv, die Zecken. Wir konnten den Großangriff eindämmen: Sulfur D6, jeden Abend in Nassfutter, fünf Kügelchen bei 20 – 30 Kilo. Dazu noch ein bisschen Spray ins Fell. Ein paar Zecken haben die Wusels leider immer noch. Also wir suchen ebenfalls weiter und sind für Tipps dankbar… LG, Elke

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  2. Ohje, so viele der Plagegeister auf einmal ist ja wirklich alles andere als toll. Gerade bei langem Fell ist es sicher auch noch schwieriger, alle zu entdecken.
    Mir wurden gegen Zecken ja auch schon Bernsteinhalsbänder empfohlen, mit denen ein paar Bekannte gute Erfahrungen gemacht haben. Die sind allerdings, wenn man nicht gerade einen Chihuahua, sondern einen Hund mit ordentlichem Hals-Umfang hat, leider auch entsprechend teuer… Da ist die Keramik-Ausführung wohl um einiges leistbarer. Ich bin gespannt auf deinen Bericht, falls ihr es ausprobiert!

    Schonmal eine schöne (und hoffentliche Zecken-freie) Zeit in den Bergen jedenfalls! Ich freue mich auf Fotos 🙂

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    1. Hallo Kristina!

      Weshalb mir manchmal Kommentare angezeigt werden, und mal aber nicht, wundert mich gerade sehr. Verstehe einer WordPress! Sorry, ich habe Deinen Kommentar erst gerade entdeckt.
      Ja, bei langem Fell und dann noch mit der Musterung ist es wirklich nicht einfach. Aber im Moment (ich will es nicht zu laut sagen…) haben wir tatsächlich Ruhe mit den Zecken.
      Viele Grüße
      Carolin

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  3. Hallo Carolin, ja das ist echt ein ewiges Thema… Bei Bobby wirkt die Tablette bisher zum Glück gut. Ich habe mich auch die Tage in Vorbereitung für unsere Hüttentour in Südtirol gefragt, ob es in der Höhe wohl Zecken gibt. Habe gerade noch mal nachgegoogelt – es wurden bereits Zecken auf über 1500 m gefunden! Die Klimaerwärmung lässt grüßen…

    Einen schönen hoffentlich Zecken freien Urlaub wünsche ich Euch!

    Liebe Grüße von Andrea

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    1. Hallo Andrea,
      Schön, dass die Zeckentablette bei euch gut wirkt! Vielleicht zieht Panda Zecken auch irgendwie mehr an. Bei Menschen ist das ja ähnlich. Bisher hatte ich (toi,toi,toi…) noch nie einen Zeckenbiss, dafür werde ich von Mücken nur so zerstochen!
      Bin mal gespannt, ob wir in den Bergen eine Zecke entdecken. Wir sind dort fast immer über der Baumgrenze, aber wer weiß!
      Liebe Grüße Carolin

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  4. Hallo Carolin,
    „Zeckenalarm“ – ein Thema, das jedes Jahr aufs Neue für Diskussionen sorgt. Aus genau den beschriebenen Gründen, nehme ich auch ein chemisches Spot-on für Dayo und Suri. Die beiden haben ja nun sehr, sehr kurzes Fell, sodass ich fast immer sofort die kleinste Bewegung sehe … Dayo und Suri vertragen das Spot-on gut, und ich bin sehr zufrieden damit.
    Viele Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      gut, dass ihr für euch die richtige Lösung gefunden habt! Zu dem chemischen Spot-on tendiere ich ja nun auch beim nächsten Mal. Im Moment geben die Zecken allerdings etwas Ruhe und ich habe keine mehr gefunden. Hoffentlich dauert dieser Zustand noch länger an!

      Liebe Grüße
      Carolin

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  5. Hallo Carolin,

    also das sind schon überaus unschöne Zahlen! So viele Zecken, wie furchtbar! Wir haben mit unseren Hunden, die kein Gestrüpp auslassen, auch schon so ziemlich alles durch – von Spot-On (Advantix, war nicht so toll) bis hin zu Halsbändern (Seresto, wirklich toll). Letztere haben wir dieses Jahr das erste Mal ausprobiert und sind schwer begeistert. Unsere Tierärztin nutzt Seresto auch für Ihren Hund sehr erfolgreich; einen besseren Zeckenschutz hatten wir bisher nicht. Die TiHo Hannover warnte vor Kurzem vor zwei Fällen von Zeckenzephalitis bei Hunden, daher sind wir doppelt vorsichtig.
    Viel Freude in den Bergen und Panda eine erholsame, möglichst parasitenfreie Zeit!;)
    Liebe Grüße, Lisa

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    1. Hallo Lisa,

      die Halsbänder, von denen ihr so begeistert seid, merke ich mir mal. Vielleicht ist das ja was, was mehr Erfolg verspricht!
      Im Moment scheinen die Zecken ein wenig Ruhe zu geben. Ein Glück! Das war schon eklig, so lange nach diesen Viechern zu suchen.
      Viele Grüße in den Harz!
      Carolin

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