Brotzeit in den Bergen – Einkehrtipps im Paznaun/Tirol

Einkehren in einer Berghütte oder auf einer Alm ist für viele der Höhepunkt einer Wanderung. Nicht nur, dass man sich nach einem anstrengenden Aufstieg eine Stärkung redlich verdient hat. Oft schmeckt das Essen auch viel besser als unten im Tal.

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Ein Käseberg auf der Jamtalhütte

Neben den vielen Sorten Knödeln, durch die ich mich schon probiert habe, mag ich besonders Brotzeiten. Oft mit verschiedenen leckeren Käsesorten, meist liebevoll dekoriert, aber immer üppig beladene Teller oder Holzbretter, die einem serviert werden.

So auch im österreichischem Paznaun. Das Tiroler Bergtal an der Grenze zum Vorarlberg und der Schweiz liebe ich vor allem wegen der Bergwelt rund um das kleine Dorf Galtür. Jedesmal, wenn ich dort in Urlaub war, denke ich, in der Zeit gefühlte fünf Käselaibe verspeist zu haben, mindestens!

Wurde früher vor allem Butter auf den Almen dort hergestellt, hat sich der Paznauner Almkäse immer mehr zu einer Spezialität entwickelt. Kein Wunder, dass jedes Jahr in Galtür die Almkäseolympiade ausgetragen wird.

Meine persönliche Käseolympiade stelle ich euch hier vor:

Einkehrtipps im Paznaun

Platz 1: Marende auf der Heilbronner Hütte

Eine Marende ist eine üppigere Mahlzeit und nicht vergleichbar mit einem einfachen Käsebrot. Meist gibt es noch irgendwelche Würstchen, Speck, Schinken, Schmalzaufstriche und ähnliches dazu. So war ich dem Hüttenwirt auf der Heilbronner Hütte sehr dankbar, dass er mir ganz selbstverständlich eine vegetarische Variante auftischen konnte. Und die war unglaublich lecker und eigentlich viel zu viel, dafür dass ich noch ziemlich weit über das Muttenjoch und die Friedrichshafener Hütte wieder runter ins Paznaun laufen musste.Dicke Käsescheiben, Gemüse und Salat, Pellkartoffeln, Eier und ein Dip waren für eine Person kaum zu bewältigen.

Die Heilbronner Hütte ist von Galtür über das Zeinisjoch und die Verbellaalpe in ca 2 Stunden erreichbar. Auch vom Montafon und dem Wiegensee aus kann man dorthin laufen. Tourenbeschreibung folgt demnächst.

Platz 2: Brotzeit mit Gletscherblick auf der Scheibenalm

Auf der Scheibenalm mit den gastfreundlichen Wirten lässt es sich mit Blick auf den Jamtalferner gut aushalten. Und auch Kinder sind dort gut aufgehoben. Neben den Spielgeräten gibt es einige Tiere zu entdecken. Das Essen ist fantastisch. Verschiedene Käsesorten, darunter auch ein selbstgemachter Mozzarella sind genauso lecker wie übrigens die Kuchen und frischen Milchshakes.

Die Scheibenalm erreicht man in einer kurzen, leichten Wanderung ohne großen Höhenunterschied von Galtur aus (ca 1 Stunde). Der Almweg ist kinderwagentauglich, allerdings sind dort auch oft (E)-Biker unterwegs. Schöner ist es, einen Teil des Weges auf dem Pfad am Bach entlang zu laufen. Auch für eine Pause auf dem Rückweg von der Jamtalhütte ist die Scheibenalm wie geschaffen.

Platz 3: Jamtalhütte, Lareinalpe und Niederelbehütte

Den dritten Platz teilen sich drei tolle Wanderziele.

Da ist einmal die eben schon erwähnte Jamtalhütte. Das große Berghaus in der hochalpinen Szenerie nimmt auch dieses Jahr wieder am kulinarischen Jakobsweg teil. Sterneköche kreieren Rezepte und Menüs für die Hütten, die dann den gesamten Sommer angeboten werden. Da die Gerichte zumindest in den letzten Jahren recht fleichlastig waren, wähle ich auch hier wieder die gute, alte Käseplatte. Und wem der Käse doch irgendwann zu den Ohren raus kommt, dem empfehle ich die Erdäpfelblattln mit Sauerkraut! (Tour zur Jamtalhütte findet ihr hier)

Die Lareinalpe erreicht man von Galtür aus über einen schönen Waldweg. Am Stafaliweiher, den man passiert, liegen Holzflösse im Wasser. Ein großer Spaß für Kinder gerade an warmen Tagen. Die Alpe ist Mitglied der Genussregion Paznauner Almkäse und das merkt man dem Käse, der auf originellen Holzbrettern serviert ist, natürlich auch an.

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Käsebrot auf der Lareinalpe

Die Niederelbehütte, wunderschön im Verwall gelegen, ist ebenfalls Standort des kulinarischen Jakobsweges. Kürzester Weg zu der Hütte ist die Wanderung  von der Bergstation der Diasbahn in Kappl. Entweder auf dem Kieler Höhenweg oder dem Fahrweg durchs Sessladtal in ca 2 Stunden. Zwar war die Bedienung bei unserem Besuch nicht so richtig begeistert davon, dass wir uns den entferntesten Tisch ausgesucht hatten (es war nun mal kein anderer frei). Weshalb ich unser Essen selber in der Küche abholen musste, aber auch hier schmeckt der Käse unschlagbar lecker nach würziger Alpenwiesenmilch. Die Kombination mit einer Preiselbeermarmelade gab noch mal den Extra-Pfiff.

Habt ihr vielleicht auch noch Tipps auf Lager, wo man in den Bergen besonders gut Brotzeiten essen kann? Dann mal her mit euren Vorschlägen!

Und damit man zu Hause nicht immer nur Käse (oder Wurst) aufs Brot legen muss, ist dies der Auftakt zur einer neuen Reihe, in der ich teils einfache, teils raffinierte Brotzeitvariationen vorstellen möchte.

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Brotzeit in den Bergen – Einkehrtipps im Paznaun/Tirol

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