Zur Totalphütte im Rätikon

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Der Lünersee im Rätikongebirge

Ein lohnenswertes und dabei noch relativ einfach zu erreichendes Ziel ist die Totalphütte im schönen Brandnertal. Ausgangsort ist Brand, das wir über Bludenz im Süden Vorarlbergs erreichten.Von dem kleinen Dorf aus müssen wir nochmal eine kurvige und schmale, aber gut ausgebaute Strecke bis zur Talstation der Lünerseebahn zurücklegen. Natürlich lässt sich das aber auch mit dem öffentlichen Bus machen.

Mit der großen Gondel geht es steil hoch zum Lünersee. Stattdessen könnte man auch einen anspruchsvollen Steig hochlaufen. Der Name „Böser Tritt“ bewegt uns aber doch irgendwie, die bequeme Aufstiegshilfe zu nutzen. Oben auf 1980 Metern angekommen müssen ersteinmal der große Stausee mit seiner tiefblauen Farbe und die umliegenden Berge bewundert werden. Eine Szenerie, die fast an eine Fjordlandschaft erinnert.

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Ein tolles Blau hat der Stausee

Übrigens begann hier die alpinistische Erschließung Vorarlbergs mit dem Bau der ersten Schutzhütte in dem österreichischen Bundesland. Im Laufe der Jahre musste die Douglasshütte ihren Standort wegen der Aufstauung des Sees verlegen. Als Bergstation einer Seilbahn hat sie ihren Hüttencharakter leider verloren. Darum zieht es uns nach einem kleinem Stopp am Kinderspielplatz schnell zum Westufer des Lünersees. Für eine Umrundung auf einem recht ebenen Weg benötigt man ungefähr zwei Stunden. Eine Pause kann man auf der Lünerseealpe machen. Dort hat man auch den schönsten Blick auf die Bergkulisse.

Um zur Totalphütte zu gelangen, verlässt man aber recht schnell den Uferweg, der heute trotz des schönen Wetters weniger bevölkert als befürchtet ist. Auf Serpentinen geht es gut 400 Höhenmeter in 1 – 1,5 Stunden auf einem steinigem, aber gut zu laufendem Pfad hoch. Ohne nennenswerte Schwierigkeiten erreichen wir die Hütte. Nicht wirklich ausgepowert sind wir. Eigentlich bräuchten wir jetzt auch noch keine Pause. Für eine Besteigung der Schesaplana, dem höchsten Gipfel im Rätikon ist es  aber zu spät. Ohnehin hätten wir dafür außerdem nicht die richtige Ausrüstung dabei.

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Das ist ja mal eine Motivation!

Neben den wohlbekannten Käsespätzle probieren wir zum ersten Mal einen Germknödel. Vermutlich auch das letzte Mal. Es kommt nicht oft vor, dass ich Hüttenspeisen nicht mag. Diese österreichische Spezialität, eine Art Dampfnudeln, ist so gar nicht mein Fall.

Langsam ziehen sich die Wolken zusammen. Haben wir beim Aufstieg in der Sonne noch ziemlich geschwitzt, wird es nun während des Absteigens merklich kühler. Eigentlich war die Wanderung zur Totalphütte keine richtige Tagestour, aber dem Wanderkind wurde versprochen, in Bludenz nach einem Spielzeuggeschäft Ausschau zu halten. Außerdem riecht das kleine Städtchen so dermaßen lecker nach Schokolade, dass wir uns in dem Verkaufsladen der ortsansässigen Schokoladenfirma mit diversen Packungen in der bekannten Farbe eindecken.

Wie macht ihr das im Wanderurlaub? Seid ihr jeden Tag von morgens bis abends unterwegs? Oder gibt es zwischendurch auch mal eine kürzere Tour? Berichtet doch gerne weiter unten in den Kommentaren darüber.

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Fakten und Fazit

  • landschaftlich sehr schön mit Ausblicken auf den farblich tollen Lünersee und die umliegenden Berge
  • Weg zur Totalphütte ist nicht schwierig, aber auch nicht kinderwagengeeignet, etwas eintönig zu laufen
  • Aufstieg ca 1 -1,5 Stunden
  • Höhenunterschied: 400 m (jeweils Auf-u.Abstieg)
  • Ausgangsort: Brand im Brandnertal, erreichbar über Bludenz
  • Lünerseebahn: Tickets kosten 11,80 (Berg-und Talfahrt)
  • Bei einem längerem Aufenthalt lohnt sich der Erwerb der Montafon Brandnertal Card

 

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5 Gedanken zu „Zur Totalphütte im Rätikon

  1. Liebe Carolin,

    ich finde total spannend, was ihr macht. Mit Kind und Hund in die Berge – toll! Und diese Bilder! Danke, dass du mich durch deinen Blog mit in diese schöne Gegend nimmst. Ich hab die Berge schon lange nicht mehr gesehen und bekomme richtiges Fernweh!

    Liebe Grüße
    Jule

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    1. Hallo Jule!
      Vielen Dank für den lieben Kommentar!
      Ich find‘ es übrigens sehr spannend, wie der Hund sich im nächsten Wanderurlaub benimmt. Beim letzten war er noch viel wilder als jetzt, da hat es nicht gut geklappt. Aber da hatten wir ihn auch gerade erst aus dem Tierheim geholt.
      LG Carolin

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  2. Hallo Carolin,
    ein toller Bericht. Die Gegend kenne ich nicht, aber die Alpen sind so groß…
    Wir machen in der Regel Tagestouren. Mit meinem Freund bewältigen wir manchmal sogar 2000 Höhenmetern am Tag und übernachten auch mal in den Hütten. In den kommenden Wochen planen wir eine 90-km Hüttentour auf dem Meraner Höhenweg.
    Mit meinem 10-jährigen Sohn sind es selbstverständlich kleine Wanderungen. Leider wandert mein Sohn nicht so gerne. Sicher würde ihm eine Wanderung mit Hund Spaß machen, weil er Hunde mag, aber wir wollen keinen. Alles nicht so einfach.
    Liebe Grüße
    Iwona

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    1. Hallo Iwona!
      Vielen Dank für den Kommentar. Meraner Höhenweg hört sich toll an. Im Herbst möchte ich in der Gegend auch mal ein paar Tagestouren machen. Bei dir auf dem Blog hatte ich ja schon Ideen gefunden 😊.
      Mit der Motivation bei meiner Tochter ist das manchmal auch so ’ne Sache. Mal klappt es super, manchmal wird zumindest am Anfang nur gejammert.
      Am besten funktioniert es, wenn noch andere Kinder dabei sind.
      Liebe Grüße
      Carolin

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