Zur Nürnberger Hütte im Stubaital

Die Nürnberger Hütte ist ein Etappenziel des bekannten Stubaier Höhenwegs. Diese 8-tägige Hüttentour mit 100 km Länge ist teilweise schon ein bisschen anspruchsvoll. Man kann die im hochalpinen Gelände liegende Nürnberger Hütte aber auch auf einem verhältnismäßig einfachen Weg als Tageswanderung erreichen. Allerdings beträgt die reine Gehzeit insgesamt 5 – 6 Stunden und jeweils 900 Höhenmeter müssen sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg bewältigt werden.

Los geht es am Parkplatz Spitz im hinteren Stubaital. Dort befindet sich auch eine Bushaltestelle. Der Parkplatz ist kostenlos (Stand 2015).

parkplatz-stubaital

Ein breiter Waldweg führt ins Langental. Schnell erreicht man den schönen Talboden der B´suchalm auf 1580 Metern. Für alle, die nur einen kleinen, kinderwagentauglichen Spaziergang machen möchten, ist diese Alm eindeutig zu empfehlen. Neben der netten Bewirtung sitzt man dort in einem wunderschönen Talabschluss, rundum eingeschlossen von steilen Felswänden und Wasserfällen.

bsuchalm

langental

Ab hier geht es erst an wenigen Kühen und später an flinken Ziegen vorbei. Der Pfad ist schmal und windet sich die steilen Serpentinen den Hang hoch, ohne aber ausgesetzt zu sein.

Zwischendurch wird der Weg etwas flacher. Wie bei vielen Wanderungen denken wir bei jeder Kurve, dass sich die Hütte jetzt doch mal endlich zeigen muss. Aber nichts ist zu sehen. Dafür wird die Bergkulisse immer eindrucksvoller.

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Irgendwann entdecken wir dann doch die Nürnberger Hütte. Ein wenig tarnt sie sich ja auch mit ihren Steinmauern im Geröllfeld.

Das letzte Stück wird es noch ein bisschen steiniger. An einer Stelle geht es recht steil zu einer Seite runter. Der Weg ist dort aber breit, daher wird es nicht gefährlich.

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Ja, und dann liegt sie direkt vor uns, die Nürnberger Hütte. Umgeben von riesigen Bergen wie der Wetterspitze, den Feuersteinen und dem Wilden Freiger. Wir wären auch gerne noch ein bisschen weiter gelaufen. Teilweise weglos, aber markiert zum Grübelfernersee, um dort einen noch besseren Blick auf die Eisriesen zu bekommen. Mittlerweile wird es aber merklich bewölkter. Die Erfahrung, wie beim Abstieg von der benachbarten Sulzenauhütte, plötzlich von einem Gewitter überrascht zu werden, möchten wir nicht unbedingt wiederholen.

Eine Einkehr in der Nürnberger Hütte muss aber natürlich sein. Bestellt wird in der Hütte. Die Speisen werden dann an den Tisch gebracht. Wenn die nette Bedienung dann aber mit dem Tablett auf die Terasse kommt und ruft:“Wer hat die Knödeln bestellt?“, ist die Irritation erst mal groß. Überall tönt es „Hier“, „Ja, ich“ usw. Aber das Wandervolk gehört ja meist zu den gelasseneren, unkomplizierten Menschen und es wird sich nicht gestritten, wer denn zuerst bestellt hat.

So haben wir dann auch irgendwann all unsere Teller vor uns stehen mit Spinatknödeln, einer riesigen Portion Kaiserschmarrn und einer Käsebrotzeit. Lecker, einfach nur lecker. Überhaupt erinnert mich das gesamte Stubaital kulinarisch sehr an das nahe Südtirol.

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Gestärkt geht es jetzt wieder an den Abstieg. Hat sich der Weg hoch etwas gezogen, schaffen wir die Strecke runter ziemlich zügig.

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Zur Freude des Wanderkindes sind auch noch die Bergziegen an der gleichen Stelle. Sie dösen mitten auf dem Weg und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

An der B`suchsalm angekommen, dominiert jetzt auch wieder der blaue Himmel. Hätten wir also doch noch die Umgebung der Nürnberger Hütte erkunden können. Aber im Hochgebirge ist eine Wetterdeutung nicht immer ganz einfach. Darum lieber einmal zuviel sichergehen als zu wenig.

Dafür haben wir ja jetzt noch Zeit, gemütlich auf der Terasse der Alm zu sitzen. Ein lieber Almhund trottet dort umher, während andere Gäste verzweifelt versuchen, ihren eigenen Hund ruhig zu halten. Damals hatte ich noch gedacht, wenn wir mal mit einem Hund auf Wanderungen unterwegs sein werden, würde der sich natürlich vorbildlich benehmen. Ähem, wie war das noch mit Theorie und Praxis…?

Auf jeden Fall hat das Wanderkind wieder Kohldampf und ist froh, endlich mal in den Bergen eine ordentliche Portion Pommes zu bekommen.

Gemütlich schlendern wir später zurück zum Parkplatz. Den Kopf voll mit imposanten Bergbildern und in der Nase den Geruch gerader abgemähter Bergblumenwiesen.

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Fakten und Fazit

  • Schöne, landschaftlich beeindruckende Hochgebirgswanderung
  • keine großen Schwierigkeiten, aber lang und teilweise steil
  • Ausgangspunkt Parkplatz Spitz zwischen Ranalt und Tschangelairalm im hinteren Stubaital
  • 900 Höhenmeter jeweils im Auf- und Abstieg
  • Gehzeit ca 5-6 Stunden
  • der Weg ist nicht schwierig, aber recht lang. Bei Nässe wird es rutschig.
  • nicht kinderwagentauglich ab der B´suchalm
  • der Weg zur B´suchalm ist ganz einfach und kurz. Auch hier hat man tolle Ausblicke. Wenn man Lust hat, kann man noch ein paar Serpentinen zu den Ziegen hochsteigen.

Wanderung zur Nürnberger Hütte im Stubaital

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