Hin und her auf der Seiser Alm

Bei manchen Wanderungen steckt irgendwie der Wurm drin. So ist es bei uns und dem Schlern. 4 Anläufe – nie hat es geklappt, zumindest nicht mit der kompletten Familie.

Wandern auf der Seiser Alm in Südtirol
Wird sich das Wetter halten? Oder ist der Schlern gleich komplett in Wolken versunken?

Und das nicht etwa, weil die Wanderung auf den Symbolberg Südtirols zu schwierig oder zu lang wäre. Der sogenannte Touristensteig von der Seiser Alm aus ist sicherlich kein Spazierweg, bietet aber auch keine großen alpinistischen Herausforderungen.

Irgendetwas war aber immer. Da wir leider bisher nur im Herbst nach Südtirol kommen, hatten wir zu dieser Zeit oft schon Wintereinbrüche. Oder das Schlernhaus hatte schon geschlossen. Und da Südtirol für mich auch immer eine kulinarische Offenbarung ist, gehört zumindest meiner Meinung nach bei einer längeren Wanderung eine Einkehr in einer der zahlreichen Hütten oder Almen dazu.

Bei einem anderen Aufenthalt hatten wir tagelang zwar milde Temperaturen, dafür aber zähen Hochnebel. Und anders als mein Göttergatte, der bei jedem Wetter auf den Berg zieht, mag ich mich nicht hochquälen und dann in einer Nebelsuppe zu stehen und rein gar nichts zu sehen.

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Im Herbst 2014 aber waren wir guter Hoffnung, endlich den Berg, bei dessen ersten Anblick es mir den Atem verschlug, zu erklimmen.

Kein Schnee in Sicht, das Schlernhaus hatte noch auf. Nur das Wetter war mal wieder – für Südtiroler Verhältnisse – leider sehr unbeständig. So warteten wir bis zum letzten Tag, an dem das Schlernhaus noch geöffnet hatte.

Ein erster Blick aus dem Fenster unserer Ferienwohnung versprach allerdings nichts Gutes. Nur der Wetterbericht war optimistisch, und es sollte sich im Laufe des Tages aufklaren.

Wir fuhren also nach Seis, parkten auf dem großen, kostenlosen Parkplatz, und in diesem Augenblick fing es ordentlich an zu regnen. An der Ticketausgabe der Seiser Umlaufbahn saß eine sehr nette und auskunftsfreudige Dame. Sie rief für uns sogar beim Schlernhaus an, um sich zu erkundigen, wie lange denn noch geöffnet war. Bis heute mittag, war die Antwort.

Na toll, bei unserem Glück und der Tatsache, dass wir meistens die Zeitangaben auf den Wegweisern eh nicht einhalten, war ich mir sicher, dass wir genau dann oben ankommen würden, wenn gerade alles dicht gemacht würde.

Anstatt einfach loszulaufen, wurde also ersteinmal hin und her überlegt, zwischen den grauen Wolken ein klitzekleines Stück blauen Himmels verzweifelt gesucht und nochmal nachgerechnet, wie lange wir für den Weg bräuchten, wenn wir uns mal ausnahmsweise beeilen würden. Vielleicht könnte ich ja mal zügig durchlaufen, anstatt desöfteren als Fotopause getarnte Zwischenstopps einzulegen…

Irgendwann entschieden wir uns, doch hochzufahren. Auch mit dem Risiko, falls das Wetter nicht besser werden sollte, nur einen der zahlreichen Spazierwege auf der Seiser Alm zu gehen. Zugegebenerweise finde ich diese Wege rund um Kompatsch bei solch tristem Wetter ohne Ausblick auf das gigantische Bergpanorama ein wenig langweilig.

Oben angekommen hatte es immerhin aufgehört zu regnen. Tatsächlich kam auch immer wieder die Sonne zum Vorschein, so dass auch die umliegenden Berge gut zu sehen waren.

Wir zogen also los Richtung Schlern, vorbei an den Souvenierläden und dem kleinen Tourismusbüro. Das erste Stück geht es eine kleine Fahrstraße hoch. Zum Glück nur wenig befahren, aber so ganz autofrei ist die Seiser Alm leider auch nicht. Recht schnell zweigt der Weg Nr. 10, der schon viel angenehmer zu laufen ist, ab.

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Dort, wo es zur Prossliner Schwaige weitergeht, wählen wir den Weg Nr. 5 zur Saltner Hütte. In einem leichten Auf und Ab kommen wir an windschiefen Bäumen und schön geschnitzten Brunnen vorbei.

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Die Wolken hängen jetzt aber wieder tiefer, die Stimmung geht wieder in den Keller. Teile unserer Familie, ich sag jetzt mal nicht wer, mögen solche Endlos-Diskussionen, ob ein Weg denn jetzt zu Ende gelaufen wird, überhaupt nicht.

Dazu fängt auch noch die Minibergsteigerin an zu jammern. Ihre Hände frieren ein, und überhaupt wäre Wandern kacke. Pubertärbedingt hatte sie sich geweigert, Handschuhe und andere Accesoires, die in den Bergen von Nutzen sein könnten, mitzunehmen…

Also gut, zum Aufwärmen ging es in die hübsche Saltner Hütte hinein. Beim Blick in die Speisekarte, hellte sich zumindest meine Laune wieder auf. Da es so gemütlich hier ist, beschließen wir, einfach eine längere Pause zu machen. Der Schlern kann bis zum nächsten Jahr warten ( allerdings auch 2015 hat es nicht geklappt…), und die Tochter wird mit Goldenen Schallplatten, Gitarren und Bildern der Kastelruther Spatzen, die überall in der Hütte hängen, abgelenkt. Obwohl sie diese Musikanten noch nicht mal vom Namen her kennt.

Zu Essen gibt es eine soo leckere, liebevoll dekorierte Brotzeit mit unterschiedlichen Südtiroler Käsesorten und fruchtige Schokoladenknödel. Mmhhh….

Nach unserem Aufenthalt lassen wir den Schlern einfach hinter uns liegen, und denken nicht mehr über unser verpasstes Tourenziel nach. Wir laufen noch ein Stück über Nebenpfade Richtung Sattler Schwaige, im Blick den serpentinenreichen Aufstieg zur Rosszahnscharte. Immerhin diese Tour, die dann weiter zur Tierser Alpl führt, haben wir in diesem Urlaub geschafft. Weiter geht es dann ganz gemütlich wieder runter nach Kompatsch.

Mal sehen, irgendwann wird es noch klappen mit dem Schlern.

Kennt Ihr das auch? Ständiges Hin- und Herüberlegen welche Wanderung denn zum jeweiligen Wetter passt? Und egal wie man sich entscheidet, die Sonne scheint dann doch nur auf der anderen Talseite…

Wandern mit Kindern auf der Seiser Alm in Südtirol

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4 Gedanken zu „Hin und her auf der Seiser Alm

    1. Hallo Manuela, komisch meine Antwort auf Deinen netten Kommentar ist irgendwie nicht gespeichert worden. Dann also nochmal; Vielen Dank!

      Viele Grüße von Carolin

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  1. Schöner Bericht und schöne Bilder,hast mir schon wieder Lust gemacht.Wir fahren im Julie nach Söll und werden wieder im Kaisergebirge wandern

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    1. Dankeschön! Ich wünsche euch einen tollen Urlaub. Das ist bestimmt auch eine sehr schöne Gegend. Vielleicht wäre das mal was für uns.
      Viele Grüße
      Carolin

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