Mythos Schlern

Dieser Koloss, thronend zwischen der Seiser Alm und dem Rosengarten in den Südtiroler Dolomiten, ist sicherlich eine der eindrucksvollsten und vielseitigsten Gestalten in den Ostalpen.

Und er ist nicht nur ein Berg. Sondern auch ein Naturdenkmal. Der Namensgeber für das Gestein, Schlerndolomit, das in vielen Gipfeln der westlichen Dolomiten vorkommt. Aussichtswarte vom feinsten. Mystischer Ort, der zu den von Menschen am frühesten aufgesuchten hohen Berge in den Alpen gehört. Datiert werden Funde bis in die jüngste Eisenzeit (450- 58 v.Chr.). Aber noch immer ist unklar, ob diese von einer Almsiedlung oder aber einer Kultstätte stammen.

Mit seiner unverkennbaren Silhouette aber ist er vor allem zu einem der wichtigsten Wahrzeichen Südtirols geworden. Ein Symbol, dessen Umriss vielerorts als Logo benutzt wird.IMG_1092 - Kopie

Besonders ist auch, dass der Schlern, italienisch Sciliar genannt, von allen Seiten unterschiedlich aussieht.

Von Westen aus betrachtet, vom Bozener Talkessel aus, sieht man seine bekannteste Seite. Ein riesiger Monolith mit flachem Dach, vor dem die zwei markanten Felstürme Santernspitze (2413m) und Euringer Spitze (2394m) stehen. Benannt übrigens nach ihren Erstbesteigern Johann Santner (1880) und Gustav Euringer (1884).

Nördlich des Schlerns ist sein Profil das eines zweigipfeligen Berges. Unnahbar und ein wenig düster wirkt er so. Zwischen den Gipfeln liegt die tiefe und schattige Seiser Klamm.

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Befindet man sich aber südlich des Schlerns, vermutet man kaum die imposanten Felswände.

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Von Osten aus sieht man eine Art Spiegelbild der Westansicht. Wie ein grauer, langgezogener Elefantrücken liegt er oberhalb der Almwiesen der Seiser Alm.

Viele Sagen und Mythen ranken sich um dieses versteinerte Korallenriff.

Die ladinische, umgangssprachliche Bezeichnung für ihn, Piz de Malan, bedeutet Unheilspitze oder Schiksalsberg. Für viele Menschen früherer Zeit war dieser Berg ein Werk des Teufels. Und nicht nur der wohnte der Sage nach dort. Auch für die Hexen Südtirols sollte er wohl ein beliebter Versammlungsort sein. Hexen gibt es jetzt dort oben nur noch in Form von kleinen, niedlichen Blumen: Die Alpengrasnelke wird nämlich auch als Schlernhexe bezeichnet.

Ein anderer alter Name für ihn, der Salern, soll daran erinnern, dass dieser Berg ein riesiger Wasserspeicher ist. Das berühmte „Schlernblut“ fließt das ganze Jahr über aus den Schlernwänden oberhalb des Völser Weihers, und wird im Volksmund so genannt, weil es wie aus Wunden herausströmt.

Wege auf den Schlern:

Es gibt zahlreiche, z.T. mehrere Jahrhunderte alte Wege auf den Schlern unterschiedlichen Schwierigkeitgrades. Ziel ist meist die höchste Erhebung, der Petz mit 2568 Metern und die Schlernhäuser auf 2457 Metern.

Bei den folgenden Gehzeiten handelt es sich nur um den Hinweg!!!

Compatsch (Seiseralm) – Saltner Schwaige – Schlernhaus

  • „Touristensteig“, einfachste Variante
  • Gehzeit: ca 3 Stunden
  • Höhenunterschied: 600m

Compatsch – Rosszahnscharte – Tierser Alpl – Schlernhaus

  • Panoramawanderung, konditionell anspruchsvoll und lang
  • Gehzeit: 4 Stunden
  • Höhenunterschied: 990 m

Völs – Völser Weiher – Tuffalm – Sesselschwaige – Schlernhaus

  • Langer, anstrengender Anstieg mittlerer Schwierigkeit
  • Gehzeit. 5 Stunden
  • Höhenunterschied.: 1000 m

Völs – Ums – Hofer Alpl – Schäufele Steig- Schlernhaus

  • Steiler, einsamer Weg, der im Abstieg Trittsicherheit erfordert.
  • Schöne Ausblicke ins Bozener Talbecken
  • Gehzeit: 5 Stunden
  • Höhenunterschied: 1520 m

Völser Aicha – Gasthof Schönblick – Weg Nr. 7 unterhalb der Hammerwand – Sesselschwaige – Schlernhaus

  • Anspruchsvoll, Trittsicherheit erforderlich
  • Gehzeit: 3 Stunden

Seis – Bad Ratzes – Prossliner Schwaige – Saltner Schwaige – Schlernhaus

  • Steil und anspruchsvoll
  • Gehzeit: 4,5 Stunden

Weißlahnbad (bei Tiers) – Bärenfalle oder Bärenloch – Schlernhaus

  • Anspruchsvoll, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
  • Gehzeit: ca 4 Stunden
  • Höhenunterschied: 1470m

 

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2 Gedanken zu „Mythos Schlern

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