Puflatsch – Gemütliche Runde auf der Seiser Alm

Ganze zweimal während unseres Südtirolurlaubes im Spätherbst 2011 haben wir diese Wanderung gemacht. Auch wenn diese relativ flache Hochebene im Herbst etwas karg wirkt, die Ausblicke in alle vier Himmelsrichtungen sind beeindruckend. Nicht nur fast die gesamte Seiser Alm mit ihren 52 Quadratkilometern an Fläche, liegt unter uns.

Auch die Sella-, Puez-, Geisler- und Langkofelgruppen sind zum Greifen nahe.Außerdem haben wir an diesem milden Ende-Oktobertag eine herrliche Fernsicht, und so ziehen viele schneebedeckte 3000er den Blick magisch an.

Ortler, Adamello, Simmilaun, Stubaier und Zillertaler Alpen, die Marmolada, alles bestens zu sehen.

Zur Seiseralm gelangen wir mit der Seilbahn von Seis nach Kompatsch auf 1870m Höhe. Bis 9 Uhr kann man zwar noch mit dem Auto hochfahren. Wir hatten uns aber die Südtirol Mobilcard, kombiniert mit 3 Seilbahnfahrten, besorgt.

Da die Puflatschgondelbahn ihren Betrieb schon eingestellt hatte, mussten wir das erste Stück bis zur Bergstation über ruhige Fahrwege hochlaufen. Nutzt man die Bahn kann man sich natürlich einige Höhenmeter sparen. Die Runde wäre dann nur noch 7 km lang und man läuft, abgesehen vom letzten Stück runter nach Kompatsch nur auf Wanderwegen und leicht zu gehenden Pfaden.

Immer wieder erreicht man Aussichtspunkte, die wir gar nicht mehr verlassen wollen. Engelsrast, Fillnerkreuz, Gollerkreuz; alles Plätze, die teilweise von Künstlern entworfen und angelegt wurden, und zu einer ausgiebigen Rast einladen.

Irgendwann wird der Weg dann deutlich schmaler und von einem Holzzaun begrenzt. Tief unter uns blickt man auf St. Ulrich im Grödnertal.

Gespannt sind wir schon auf die Hexenbänke, einem geheimnisvollen Ort. Der Sage nach haben sich einst auf dem Puflatsch die Schlernhexen getroffen. Gemeinsam mit Riesen sollen sie die sogenannten Hexenbänke unterhalb des Puflatschgipfels errichtet haben. Wenn sie sich dort versammelten und schlecht auf die Menschen zu sprechen waren, brauten sie hier schreckliche Unwetter zusammen.

Die treppenartig angeordneten Felstürmchen bestehen aus dem vulkanischen Gestein Porphyr. Nun waren sie aber nicht von Hexen, sondern von vielen Wanderern eingenommen, so dass ich kaum Fotos davon machen konnte.

Kurz darauf erreichten wir die Arnikahütte. Auf unserer ersten Puflatschrunde hatte sie Ruhetag. Dementsprechend ruhiger waren auch die Wege.

Am heutigen Tag aber herrschte auf der Hütte ein riesiger Andrang. Sicherlich auch, weil so spät im Jahr kaum noch andere Einkehrmöglichkeiten auf der Seiser Alm geöffnet waren.

Leider war es sehr schwierig einen Platz zu bekommen und bedient zu werden, was nicht die Schuld der Hüttenbetreiber war. Etwas abseits von den Tischen warteten wir darauf, uns irgendwo hinsetzen zu können. Wohl etwas zu weit weg, aber ich finde es unheimlich unhöflich, sich direkt vor die anderen Gäste zu stellen und sie so zu bedrängen, jetzt doch endlich mal schneller zu essen…

Immer wieder drängelten sich andere Wanderer, die weit nach uns erst ankamen, vor, sobald auch nur irgendwo jemand Anstalten machte, aufzustehen. Kurz bevor wir hungrig aufgeben wollten, hatten wir aber doch noch Glück, und wurden mit einer leckeren Käseplatte und der Südtiroler Spezialität, einem Buchweizenkuchen, entschädigt.

Weiter ging es dann Richtung Kompatsch, vorbei an knorrigen alten Hütten. Schwaigen werden sie hier genannt und dienen der Heulagerung. Nun rückt auch wieder der imposante Schlern in den Blick.

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Mein Fazit:

Einfache Tour mit gigantischen Ausblicken – Zu empfehlen daher besonders bei guter Sicht – Möchte man noch länger an den schön gestalteten Rastplätzen verweilen, kann man die Puflatschbahn zur Abkürzung nutzen und spart 3/4 Stunde Aufstieg auf hartem Asphalt – Für Kinder, die gerne wandern, gut geeignet – Die Miniwanderin hatte Spaß und viele Stellen zum Steinmännchen bauen gefunden

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