Saarbrücker Hütte im Silvrettagebirge

Eine meiner Lieblingstouren führte uns im Sommer zur Saarbrücker Hütte im Silvrettagebirge.

Los ging es an der Bieler Höhe (2032m), die wir mit dem Bus vom Montafon aus erreichten. Das Ausflugsziel am Silvrettastausee ist vor allem an sonnigen Tagen sehr überlaufen. Neben Wanderern und Alpinisten machen auch viele Motorradfahrer, Bustouristen, Stöckelschuhträger und Radfahrer, dies sich die Silvrettahochalpenstraße hoch gequält haben, dort Station.

Kein Wunder, abgesehen von manchen Baustellen, die ich dort immer wieder erlebe, gleicht der Silvrettasee mit seiner hochalpinen Bergkulisse ein wenig einem norwegischen Fjord.

 

Entfernt man sich aber ein wenig vom See, ist man schnell in idyllischer Ruhe. Selbst der winterliche Alpinzirkus hat sämtliche von der Bieler Höhe ausgehende Seitentäler bisher verschont.

Silvrettastausee

Bevor es nun auf das erste Steilstück auf die Hochebene der Tschifernella geht, passiert man ein Schild, das vor Steinschlag warnt. Auch wenn mir bewusst ist, dass man mit solchen Gefahren überall im Hochgebirge rechnen muss, macht mich so etwas immer ein wenig nervös und ich bin froh, als wir das gefährdete Gebiet, das so gar nicht dannach aussieht, wieder verlassen.

Oben auf der Tschifernella angekommen, erreicht man eine wundervolle Hochfläche, durchzogen von Rinnsalen und kleinen Bergseen.

Kleiner Bergsee im Silvrettagebirge

 

Gerade Kindern macht es immer viel Spaß, von Stein zu Stein zu hüpfen und möglichst trockenen Fußes über das Wasser zu gelangen.

Wandern in Österreich, im Silvrettagebirge findet man Touren für jeden Geschmack.
Die vergletscherte Bergwelt der Litzner-Seehorngruppe in der Silvretta rückt immer mehr in den Blick.

Dieser abwechslungsreiche Teil lässt sich einfach laufen, trotzdem frage ich mich, wann und wo endlich unser Ziel zu sehen ist. Irgendwann endecke ich sie dann, die Saarbrücker Hütte. Deren Lage ist eine der außergewöhnlichsten, die ich bis dahin kannte. Throhnt sie doch wie auf einem Aussichtsbalkon auf dem Sporn des Kleinen Litzners!

Von unserem Standort aus sieht die Strecke, die wir noch zurücklegen müssen, ewig lang aus. Und wie die Hütte überhaupt zu erreichen ist, frage ich mich ebenso. Ein Weg ist nicht zu erkennen, es sieht eher so aus, als ob man das letzte Stück klettern müsste.

Saarbrücker Hütte im Silvrettagebirge

 

Beim Suchen nach dem Weg mit dem Fernglas entdecken wir zufällig einen Steinbock kurz oberhalb der Hütte. Schade, dass ich für meine Kamera kein Teleobjektiv dabei habe.

Irgendwann endet unser Pfad auf der Almstraße. Jetzt sieht man auch, dass dieser Weg in einem Bogen ganz gemütlich hoch zur Hütte führt. Alternativ kann man die letzten Meter auch auf einem steileren, aber nicht schwierigen Pfad abkürzen.

Oben angekommen hatten wir Glück, noch Platz am Tisch einer Schweizer Wandergruppe zu finden, die uns auch netterweise noch mit Tipps zu anderen lohnenswerten Zielen in der Umgebung versorgten. Im Gegensatz zu den Schweizern waren wir das erste Mal im Silvrettagebirge. Ihren Vorschlag, die Jamtalhütte zu besuchen, haben wir im Jahr darauf befolgt.

Auch wenn alle Plätze auf der Terasse belegt waren, wunderte es mich, dass an diesem Tag auf der spektakulär gelegenen Hütte mit dieser traumhaften Aussicht nicht noch mehr Andrang herrschte. Am Essen und der Gastfreundschaft kann es nicht gelegen haben, auch wenn wir als Vegetarier nicht so viel Auswahl hatten. So wählten wir Käsespätzle und Apfelstrudel. Lecker, mehr als reichlich – trotzdem hatte ich mich auf Knödel gefreut, die es leider nur mit Speck gab.

Wir hätten hier noch ewig sitzen können, aber da der letzte Bus nach Gaschurn leider recht früh fährt, wollten wir nicht das Risiko eingehen, ihn zu verpassen. Darum wählten wir für den Abstieg den einfach zu laufenden Almweg.

Normalerweise finde ich es immer unheimlich langweilig, öde Fahrstraßen zu gehen. Diese aber führt uns durch ein traumhaftes Hochtal. Umringt von Wasserfällen, faszinierenden Blicken in Seitentäler und wunderschöner Bergflora.

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Auch hier gibt es viele Stellen mit flachen Wasserflächen, an denen es sich herrlich spielen lässt.

Anders als der Hinweg endet diese Strecke allerdings nicht an der Bieler Höhe, sondern am Vermuntstausee. Es gibt zwar eine Abzweigung zum Ausgangsort. Wer aber nach dieser (zumindest für uns) langen Wanderung keine Lust mehr auf zusätzliche Höhenmeter mehr hat, kann zur Bushaltestelle an der Straße laufen. Dort hält der Bus, der zur Bieler Höhe oder aber ins Montafon fährt.

Mein Fazit

Wunderschöne Hochgebirgstour – lang, aber ohne große Schwierigkeiten – für Familien mit ausdauernden Kindern geeignet – meine Tochter war zu dem Zeitpunkt 10 Jahre alt, hat dank der abwechslungsreichen Gegend die Wanderung ohne großes Gemurre geschafft

Die angegebenen Zeitangaben haben wir mal wieder überschritten, auch wegen der vielen Foto- und Spielpausen, die sich immer wieder anbieten.

Bei unbeständiger Wetterlage nicht zu empfehlen, da es unterwegs keine Unterstellmöglichkeiten gibt.

Wir waren damals noch keine Hundehalter. Rückblickend kann ich aber sagen, dass ich diese Tour für hundegeeignet halte. Es gibt viele Wasserstellen, nur am Anfang und Ende sind wir durch Weidegebiet mit relativ wenigen Kühen gelaufen. Insgesamt war der Weg an diesem Tag recht wenig frequentiert, so dass sich viele Freilaufmöglichkeiten anbieten. Wilde Tiere haben wir nur von sehr weitem gesehen.

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2 Gedanken zu „Saarbrücker Hütte im Silvrettagebirge

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